Spannung bis zum Schluss

Erst in der 90. Minute fiel am Sonntag in der Fußball-Landesklasse die Entscheidung zwischen der SpVgg Reinsdorf-Vielau und Lok Zwickau. Die Gäste machten beim 3:2 einen 0:2-Rückstand wett.

Reinsdorf.

Die Partien der SpVgg Reinsdorf-Vielau in der Fußball-Landesklasse West bleiben ein Torgarant. Doch auch wenn der Aufsteiger in seinen bisher fünf Spielen stets mindestens zweimal traf - am Ende stand die Mannschaft von Trainer André Göbel außer beim 2:2 zum Auftakt gegen Lichtenstein immer mit leeren Händen da. Denn zu den 16 Gegentoren aus den ersten vier Partien kamen im Derby gegen Lok Zwickau am Sonntag drei hinzu, sodass es am Ende 2:3 (2:0) aus Sicht der Gastgeber hieß. Das entscheidende Tor fiel dabei erst in der 90. Minute. "Es tut mir weh, dass wir zum Schluss nicht wenigstens einen Punkt geholt haben. Lok war gegen Ende einfach abgezockter", sagte SpVgg-Trainer André Göbel.

Dabei begann die Partie auf dem nach den vielen Niederschlägen weichen Rasenplatz im Vielauer Waldstadion vielsprechend für die Spielvereinigung. Sie agierte ebenso wie der ESV Lok mit einer Viererkette in der Abwehr und zwei Stürmern. Nachdem die Zwickauer in der 7. sowie 8. Spielminute durch Philipp Mitzscherling und Luke-Leon Neuper die ersten Möglichkeiten hatten, streifte ein Weitschuss des Reinsdorfers Michael Domke knapp über die Latte (13.). Nur zwei Minuten später aber konnte Toni Roeder ein präzises Zuspiel von Carsten Pfoh zur 1:0-Führung für die Gastgeber verwandeln. Pech hatte Lok-Kapitän Maximilian Jentzsch in der 21. Spielminute, als er nur den linken Pfosten traf. Schon nach etwas mehr als einer halben Stunde mussten die Gäste wechseln. Der auf der linken Zwickauer Außenbahn recht agile Felix Seidel schied mit einer Oberschenkelverletzung in der 32. Minute aus und wurde von Khibry Othmann ersetzt. Bis zur Pause sahen die 70 Zuschauer im Waldstadion noch zwei gute Chancen jeder Mannschaft, doch sowohl Carsten Pfoh als auch David Günnel scheiterten an den beiden Torhütern.

Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Aufsteiger Reinsdorf-Vielau auf 2:0. Diesmal überwand Routinier Pfoh Richard Weber im Kasten der Zwickauer. Die Freude über den Treffer wurde schnell getrübt, denn innerhalb von drei Minuten gelang Luke-Leon Neuper ein Doppelpack. Zunächst war der Lok-Stürmer nach einer schönen Kombination erfolgreich. Die Ecke von Maximilian Jentzsch köpfte Philipp Mitzscherling vor seine Füße und es stand 1:2 (49.). Wenig später stand Neuper nach guter Vorarbeit von Michael Blechschmidt völlig frei vor dem Reinsdorfer Keeper Sebastian Schubert und markierte den 2:2-Ausgleich (51.). Das sollte bis kurz vor Schluss so bleiben. Als vieles schon auf eine Punkteteilung hindeutete, sorgte der erst 19-jährige Mittelfeldspieler Steven Melde in der 90. Minute mit seinem 18-Meter-Flachschuss in die rechte untere Ecke für das Siegtor der Gäste. "Die Mannschaft hat spielerisch und in punkto Zweikampfverhalten über die gesamten 90 Minuten eine sehr gute Bereitschaft an den Tag gelegt. Trotz des Rückstandes hat sie nicht aufgegeben. Für mich war es ein verdienter Sieg", sagte Lok-Co-Trainer Hans-Ulrich Pfiller. Auch der zweifache Torschütze Luke-Leon Neuper freute sich über die drei Punkte, mit denen die Zwickauer auf Tabellenplatz 4 kletterten: "Es war ein Sieg der Moral. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute und wurden dafür belohnt. Es war ein umkämpftes aber faires Derby."

Für Reinsdorf-Vielau hingegen war es die vierte Niederlage im fünften Spiel. "Trotz einer 2:0-Führung hat es am Ende wieder nicht gereicht. Wenn man zu Hause führt, muss man unbedingt punkten. Nach dieser Niederlage wird das Selbstvertrauen nicht besser", sagte Carsten Pfoh.

AufstellungenReinsdorf-Vielau: Schubert; Nerger, Eisenreich, Sachs, Lange, Domke, Kuhn, Becher, Pfoh, Nickolai (80. R. Dittrich), Roeder. Lok Zwickau: Weber; Bahner, Kretschmar, Blechschmidt, Oelschlegel, Mitzscherling, Jentzsch, Melde, Seidel (32. Othmann), Günnel, Neuper.

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