SSV lässt sich nicht schocken

In der Landesklasse West haben die Fußballer aus Lichtenstein einen Start nach Maß erwischt - zumindest in Bezug auf das Endergebnis. Denn die erste Hälfte hielt kalte Duschen parat.

Lichtenstein.

Wer im Fußball sogenannte Gegentore zu psychologisch ungünstigen Zeitpunkten kassiert, kann das Spiel im Anschluss schon mal aus der Hand geben. Die Kicker der Spiel- und Sportvereinigung Fortschritt Lichtenstein behielten zum Landesklasse-Auftakt gegen den TSV Ifa Chemnitz vor 120 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion allerdings einen kühlen Kopf und gewannen ihr Heimspiel mit 5:2 (2:2). "Das ist eine unserer großen Stärken, diese wahnsinnige Mentalität, dass wir immer zurückkommen können", sagte SSV-Trainer Mirko Ullmann.

Dass die Lichtensteiner diese Stärke ausspielen mussten, lag am Sonntag in der ersten Hälfte paradoxerweise auch an der guten Zweikampfbilanz der Hausherren. "Da haben wir kaum einen verloren - weil wir kaum einen geführt haben", so Ullmann. Offensiv spielte sein Team aber bereits im ersten Spielabschnitt gut auf. Die erste Chance gehörte Rico Bär, doch das frühe Tor gelang den Gästen. Nach einer guten Kombination war der Chemnitzer Fred Möckel frei durch und musste bloß noch einschieben (5.). Diese erste kalte Dusche steckten die Lichtensteiner gut weg und zeigten sich unbeeindruckt. Nach einer Maßflanke von Bär stieg Dominic Oertel in der Mitte am höchsten und köpfte in der siebten Minute lehrbuchreif zum Ausgleich ein.

Nach einer kurzen Ruhephase zog Fortschritt das Tempo wieder an. Eine abgewehrte Ecke landete bei Pierre Börner, der sich ein Herz fasste und den Ball per Direktabnahme in die Maschen jagte (27.). Dabei konnte er sich auf die Hilfe des Innenpfostens verlassen, Ifa-Torwart Christian Nussbaum war chancenlos. Spiel gedreht - doch die Gäste schickten die Lichtensteiner mit einer schlechten Nachricht in die Kabinen. Knapp sechs Minuten vor dem Pausenpfiff agierte die Fortschritt-Defensive zu sorglos und fing sich noch den Ausgleich. Torschütze war Martin Melzer, der SSV-Keeper Steve Müller mit der Picke von der Strafraumgrenze überwinden konnte. "Wir wollen in solchen Momenten das Spiel zu sehr verwalten", sagte Ullmann.

Doch auch nach diesem Rückschlag brachen die Lichtensteiner nicht ein. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Bär die Möglichkeit, seine Farben wieder in Führung zu bringen. Allerdings landete sein Schuss am Pfosten. Die Gastgeber wurden nun immer besser, von den Chemnitzern kam nicht mehr viel. Nach 72 Minuten brachte Börner die Hausherren mit seinem zweiten Treffer auf die Siegerstraße, die Vorlage hatte Tobias Herold mit einem feinen Pass gegeben. Nun hatte die Heimelf alles im Griff und konnte nur kurze Zeit später nachlegen. Rico Bär stellte auf 4:2, er traf mit einem Schuss genau in den Winkel. Robert Zurek machte drei Minuten vor dem Ende den verdienten Heimsieg nach einem Konter endgültig klar.

"Offensiv haben wir sehr gut Fußball gespielt", sagte Ullmann. In der zweiten Hälfte hätte nur das 3:2 eher fallen müssen: "Hintenraus hat den Gästen dann die Kraft gefehlt. Sie waren personell auch arg gebeutelt." Sein Team habe es in der Schlussphase gut gemacht und gleich nachgelegt, so Ullmann, der sich über den Sieg freute: "Wir treffen in den nächsten Wochen auf einige Top-Mannschaften, da waren die drei Punkte zum Start sehr wichtig."

Durch den hohen Sieg steht Lichtenstein hinter Oelsnitz auf Rang 2 der Tabelle. Am Samstag tritt Fortschritt ab 15 Uhr zum Derby beim Oberlungwitzer SV an. (mit ewer)

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