Starke Abwehrarbeit gibt den Ausschlag

Was beim PC oft hilft, klappt auch in Handball: Mal den Stecker ziehen, wieder einstöpseln und neu hochfahren - schon flutscht es wieder. Das beweist der Trainerwechsel beim BSV Sachsen.

Bremen.

Neue Besen kehren gut. In Fall der Zwickauer Handballerinnen scheint das Sprichwort zu stimmen. Mit dem 28:20 (15:10)-Sieg bei Werder Bremen hat der Trainerwechsel beim Zweitligisten die erhoffte befreiende Wirkung gezeigt.

Für Corina Cupcea war es eine Art Déjà-vu-Erlebnis. Als sie Anfang März 2017 das erste Mal als Feuerwehrfrau einspringen musste, hieß der Gegner bei ihrem Debüt als Trainerin der ersten Mannschaft ebenfalls Bremen. Damals errang der BSV einen souveränen 30:19-Heimsieg. Am Sonnabend brachten die Sachsen zwei wertvolle Punkte von der Weser heim. "Es ist von Beginn an gut gelaufen, während beim Gegner zunächst wenig geklappt hat", berichtet Cupcea. "Wir hatten in der Vergangenheit selbst solche Spiele, wo einfach nichts gelingen wollte." Werder fand in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Spiel und leistete sich viele einfache Fehler, die Zwickau gnadenlos ausnutzte.

Zwar kam der Gastgeber später besser ins Spiel und arbeitete sich beim 5:6 (16.) bis auf einen Treffer heran, doch der BSV ließ keinen Ausgleich zu, sondern baute seinen Vorsprung wieder aus. Die Sachsen hatten offenbar an den richtigen Stellschrauben gedreht. "Wir haben die ganze Woche am Abwehrverhalten gearbeitet", verrät die Interimstrainerin. Das Hauptmanko bei den Spielen zuvor war ja die Defensive. Zwickau hat die meisten Gegentore der Liga kassiert. "Wenn wir eine Chance haben wollten, mussten wir hinten erstmal sicher stehen. Die 6:0-Abwehr ist für uns die beste Variante. Die Mädels haben gezeigt, dass sie nicht vergessen haben, wie es funktioniert", freut sich Cupcea.

Etwas mulmig war ihr vor den zweiten 30 Minuten. "Wir hatten auch zuvor öfter mal eine gute erste Halbzeit gespielt, haben das Spiel aber nach der Pause aus der Hand gegeben", erinnert sich die 37-Jährige. "Diesmal ist das nicht passiert." Mit einer furiosen 5:0-Trefferserie enteilte der Gast nach Wiederbeginn vorentscheidend auf 20:11 (36.). Damit waren die Weichen auf Sieg gestellt. Über das Ende der langen Negativserie freuten sich besonders drei Geburtstagskinder: Torhüterin Charley Zenner, die am Sonnabend ihren "19." beging, sowie Petra Nagy (26.) und Beiratsmitglied Volker Schneider (60.), die am Sonntag doppelten Grund zum Feiern hatten.

Der Sieg war wichtig, denn auch Tabellennachbar Trier hat gewonnen. "Letztlich ist es egal, was die anderen machen. Wir müssen uns auf uns konzentrieren", meint CorinaCupcea. Zum ersten Heimspiel 2019 empfängt der BSV am Sonnabend - dann mit Trainer Norman Rentsch - den 1. FSV Mainz 05, der sein letztes Spiel in Bremen verloren hat.

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