Starke Aufholjagd nur Strohfeuer

Der Heim-Fluch hält an. Gegen Hamburg hat der BSC Rollers nach einer starken Leistung äußerst unglücklich verloren, gegen Lahn-Dill war Zwickau chancenlos, und gegen Hannover scheiterte der Gastgeber an den eigenen Unzulänglichkeiten.

Mosel.

Marco Förster stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Wir hatten die ganze Woche intensiv an den Spielzügen gearbeitet und am Freitag nochmal alles wie beim Schach durchgespielt - wir hatten ein gutes Gefühl", erklärte der Trainer nach der 54:65 (10:15, 20:34, 39:48)-Niederlage des BSC Rollers Zwickau in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga gegen Hannover United. "Aber unser Offensivplan hat überhaupt nicht gegriffen. Die haben uns den Schneid abgekauft."

Der Gastgeber hat nicht ein einziges Mal geführt, nur einmal gelang der Ausgleich (2:2/2.). Viele individuelle Fehler luden Hannover zu Fastbreaks ein. Nach fünf Minuten stand es 2:10, drei Minuten später war der Rückstand erstmals zweistellig (4:14). In der sehr intensiv geführten Partie begann schon in der gegnerischen Hälfte das Pressing. Der BSC ließ sich in zermürbenden Positionskämpfen aufreiben, wobei Hannover mit seinen langen Kerls oftmals die ballführenden kleinen Zwickauer stoppte. "Sie hatten sich sehr gut auf uns eingestellt und haben eiskalt ihre Chancen genutzt", räumte Förster ein. "Und wir haben nicht getroffen. Das hat die Spieler aus dem Konzept gebracht." Zwar gab es ansehnliche Spielzüge, aber es haperte beim Abschluss. Die Zwickauer Trefferquote in der ersten Halbzeit betrug 26 Prozent - das ist weniger als die Hälfte des Normalwerts. Mehrfach hüpfte der Ball nach einigen Drehungen auf dem Korbring außen wieder herunter.

Ihre beste Phase hatten die Gastgeber zu Beginn des dritten Viertels. Mit einem 8:0-Start verkürzte der BSC Rollers auf 28:34 (23.). Zwickau spielte plötzlich wie entfesselt. Der Abstand schmolz bis auf drei Punkte zusammen (37:40/27.). "Zur Halbzeit habe ich gesagt: Jetzt muss alles raus aus dem Kopf. Wir wollen den Anschluss schaffen und dran bleiben. Das hat ja auch funktioniert. Die Abwehr stand sehr gut, wir haben vorn die Chancen genutzt und einen schönen Lauf hingelegt", lobte der Trainer. "Die Spieler dachten, es würde automatisch so weitergehen. Aber in solchen Situationen sind wir nicht abgebrüht genug. Wir hätten einfach konzentriert weiterspielen müssen anstatt zu versuchen, die Wende zu erzwingen."

Der Phönix-Flug stockte. Hannover antwortete seinerseits mit 8:0-Lauf. Der BSC haderte auch mit so manchen Schiedsrichterentscheidungen. Mitte des Schlussdurchgangs war der Rückstand auf 16 Zähler angewachsen (41:57). Es reichte lediglich noch zu etwas Resultatskosmetik. "Es hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Wir müssen aus der ganzen Sache lernen", meinte Marco Förster. "Für mich hat sich aus dem Spiel viel erschlossen, woran wir ansetzen können. Das ist ein Prozess. Die Saison ist noch lang. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten."

Bisher hat Zwickau nur gegen Mannschaften gewonnen, die in der Tabelle auf den letzten drei Plätzen liegen. Wenn man die Playdowns vermeiden will, muss man auch gegen Teams aus den Mittelfeld punkten. Eine richtungsweisende Bedeutung haben die Partien am 17. November in Trier und eine Woche darauf daheim gegen München.

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