Top-Talent verlässt SV Sachsenring

Tischtennis: Fokus soll auf Jugend gelegt werden

Hohenstein-Ernstthal.

Die Tischtennisspieler der ersten Mannschaft des SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal haben bis zum Saisonstart in der 3. Bundesliga noch reichlich Zeit. Erst in zwei Monaten wird wieder um Punkte gekämpft. Wenn es dann am 28. September ernst wird, fahren die Karl-May-Städter zu einem namhaften Gegner. Denn die Mannschaft um Teamchef Christian Hornbogen spielt beim FC Bayern München. Der große Name muss aber keine Angst machen. "Im Tischtennis ist das eine ganz normale Mannschaft", sagt Hornbogen. Die Bayern sind sogar ein Stück weit eine Fahrstuhlmannschaft. Nach dem Drittligaabstieg vor einem Jahr belegten sie in der vergangenen Saison den zweiten Platz in der Regionalliga und stiegen zusammen mit dem SB Versbach wieder in die 3. Liga auf.

Der SV Sachsenring als Sensationsteam der vergangenen Spielzeit, der als Aufsteiger Vizemeister wurde, muss sich aber voraussichtlich auch umorientieren. Denn mit Youssef Abdel-Aziz steht der absolute Spitzenspieler nicht mehr zur Verfügung. Der 19-Jährige, der mehrfacher Afrika-Meister ist, wechselte zum TVLeiselheim, dem großen Rivalen der Hohenstein-Ernstthaler in der vergangenen Saison. Am Ende setzten sich die klar favorisierten Leiselheimer im Titelkampf knapp durch und spielen künftig in der 2.Bundesliga. "Es war schon länger klar, dass er in der Mannschaft spielen wird, die aufsteigt", sagt Christian Hornbogen. Entsprechende Gespräche habe es schon zum Jahreswechsel gegeben. Ein Talent wie Youssef Abdel-Aziz müsse nun ganz einfach den nächsten Schritt gehen. In der vergangenen Saison war Abdel-Aziz bester Aktiver der 3. Bundesliga, sodass der Verlust natürlich schmerzt.

Hätte es mit dem Aufstieg geklappt, wäre mit Kay Stumper wahrscheinlich der beste deutsche Nachwuchsspieler aus Baden-Württemberg zum SV Sachsenring gewechselt. Dass all das nicht klappte, ist laut Hornbogen kein Beinbruch. "Mit Blick auf die gesamte Abteilung und unseren Nachwuchs ist es vielleicht sogar besser so", sagt der Teamchef. Denn die jungen Spieler bekommen nun mehr Verantwortung. Nick Neumann-Manz als stärkster sächsischer Akteur ist gesetzt und künftig soll auch Johann Koschmieder noch öfter an den Platten der 3. Bundesliga stehen. Um das Training weiter zu verbessern, hat sich der SV Sachsenring die Dienste des früheren tschechischen Auswahlspielers und Nationaltrainers Miro Cecava gesichert, der auch in der Reserve mitspielen soll. Mit Alex Flemming kümmert sich ein weiterer Spitzentrainer um die Talente der Tischtennisabteilung, die insgesamt rund 120 Mitglieder hat. (mpf)

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