Topspieler verlässt Sachsenring

In Hohenstein-Ernstthals Tischtennis-Team werden die jungen Spieler ab der kommenden Saison mehr Verantwortung bekommen. Zum Auftakt der 3. Liga wartet im September ein großer Name.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Tischtennisspieler der ersten Mannschaft des SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal haben bis zum Saisonstart in der 3. Bundesliga noch reichlich Zeit. Erst in zwei Monaten wird wieder um Punkte gekämpft, bis dahin gibt es Training, Einzelmeisterschaften und Lehrgänge für die Kaderspieler. Wenn es dann am 28. September ernst wird, fahren die Karl-May-Städter zu einem namhaften Gegner. Denn die Mannschaft um Teamchef Christian Hornbogen spielt beim FC Bayern München. Der große Name muss aber keine Angst machen. "Im Tischtennis ist das eine ganz normale Mannschaft", sagt Hornbogen. Die Bayern sind sogar ein Stück weit eine Fahrstuhlmannschaft. Nach dem Drittligaabstieg vor einem Jahr belegten sie in der vergangenen Saison den zweiten Platz in der Regionalliga und stiegen zusammen mit dem SB Versbach wieder in die 3. Liga auf. "Es heißt, dass die Tischtennisspieler schon mal mit Uli Hoeneß gesprochen haben und sich eine ähnliche Unterstützung wie die Basketballer des Vereins wünschen. Dann wäre da bestimmt einiges möglich", sagt Hornbogen. Denn Bayernmanager Hoeneß lebt zwar für den Fußball, hat aber auch ein Faible für die Basketballabteilung des FC Bayern. Ob sein Herz vielleicht irgendwann fürs Tischtennis schlägt, ist derzeit noch offen. In der kommenden Saison wird Bayern München in der 3. Bundesliga aber keine Übermannschaft sein.

Der SV Sachsenring als Sensationsteam der vergangenen Spielzeit, der als Aufsteiger Vizemeister wurde, muss sich aber voraussichtlich auch umorientieren. Denn mit Youssef Abdel-Aziz steht der absolute Spitzenspieler nicht mehr zur Verfügung. Der 19-Jährige, der mehrfacher Afrika-Meister ist, wechselte zum TVLeiselheim, dem großen Rivalen der Hohenstein-Ernstthaler in der vergangenen Saison. Am Ende setzten sich die klar favorisierten Leiselheimer im Titelkampf knapp durch und spielen künftig in der 2.Bundesliga. "Es war schon länger klar, dass er in der Mannschaft spielen wird, die aufsteigt", sagt Christian Hornbogen. Entsprechende Gespräche habe es schon zum Jahreswechsel gegeben. Ein Talent wie Youssef Abdel-Aziz müsse nun ganz einfach den nächsten Schritt gehen, nachdem er als Spieler des SV Sachsenring bereits eine beachtliche Entwicklung gezeigt habe. In der vergangenen Saison war Abdel-Aziz bester Aktiver der 3. Bundesliga, sodass der Verlust natürlich schmerzt.

Hätte es mit dem Aufstieg geklappt, wäre mit Kay Stumper wahrscheinlich der beste deutsche Nachwuchsspieler aus Baden-Württemberg zum SV Sachsenring gewechselt. Dass all das nicht klappte, ist laut Hornbogen kein Beinbruch. "Mit Blick auf die gesamte Abteilung und unseren Nachwuchs ist es vielleicht sogar besser so", sagt der Teamchef. Denn die jungen Spieler bekommen nun mehr Verantwortung. Nick Neumann-Manz als stärkster sächsischer Akteur ist gesetzt und künftig soll auch Johann Koschmieder noch öfter an den Platten der 3. Bundesliga stehen. In der zweiten Mannschaft des Vereins in der Oberliga gibt es mit Karl Zimmermann ein weiteres Ausnahmetalent. Um das Training weiter zu verbessern, hat sich der SV Sachsenring die Dienste des früheren tschechischen Auswahlspielers und Nationaltrainers Miro Cecava gesichert, der auch in der Reserve mitspielen soll. Mit Alex Flemming kümmert sich ein weiterer Spitzentrainer um die Talente der Tischtennisabteilung, die insgesamt rund 120 Mitglieder hat.

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