Torfestival zum Wiederanpfiff

Fast vier Monate rollte bei den Männern im Fußball-Kreisverband kein Ball. Im Pokal-Halbfinale setzten sich Wilkau-Haßlau und Steinpleis-Werdau durch. Ganz ohne Zuschauer blieben die Geisterspiele nicht.

Zwickau/Wilkau-Haßlau.

Danny Jusiak und Jan Stiegler hatten am Sonntagnachmittag im Stadion der Jugend gut zu tun. Die Keeper des SV Muldental Wilkau-Haßlau sowie vom SV Heinrichsort/Rödlitz mussten beim Duell ihrer Teams im Halbfinale des Kreispokalwettbewerbs insgesamt elfmal hinter sich greifen. Am Ende gewannen die Gastgeber mit 7:4 und stehen im Finale. Dort treffen die Fußballer des SV Muldental am 11. Juli im Sportzentrum Stangendorf auf den FC Sachsen Steinpleis-Werdau. Der setzte sich im zweiten Halbfinale 2:0 beim ESV Lok Zwickau II durch.

In Wilkau-Haßlau spielten beide Mannschaften von Beginn an nach vorn. Die Gastgeber erwischten den besseren Start: Nach drei Minuten traf Kapitän Max Weichert zum 1:0. Wenig später erhöhte Carl Dennstedt auf 2:0 (11.). Auch in der Folge bestimmten die Hausherren das Spiel. Die von beiden Teams verabredete Trinkpause nach 25 Minuten - nach dem Starkregen am Vormittag und sommerlichen Temperaturen war es zeitweise sehr schwül auf dem Platz - kam den Gästen entgegen. Erst gelang Michael Simon fast aus dem Nichts heraus der Anschlusstreffer (31.). Drei Minuten später war die Muldental-Abwehr bei einem langen Einwurf auf Florian Uhlig nicht ganz auf der Höhe. So konnte Uhlig frei auf Simon ablegen, der zum Ausgleich traf. "Wir haben das Spiel in dieser Phase unnötig spannend gemacht. Am Ende waren wir die spielerisch bessere Mannschaft und haben vor allem in der zweiten Halbzeit sehr fokussiert und konzentriert agiert", sagte Wilkau-Haßlaus Trainer Marcus Weichert nach dem Schlusspfiff. Dem stimmte sein Gegenüber Dietmar Reichel vollkommen zu: "Der Gegner war heute klar besser und auch gedanklich schneller. Wir haben einfach nicht das auf den Platz gebracht, was wir können."

Schon kurz vor der Pause gingen die Hausherren erneut in Führung. Den ersten Schuss von Max Lorenz wehrte Gästekeeper Jan Stiegler noch ab, den Abpraller verwandelte Lorenz zum 3:2. Nach dem Seitenwechsel machte Wilkau-Haßlau schnell alles klar. Mit zwei Treffern in der 50. und 54. Minute durch Max Gläser und Carl Dennstedt wurde der Vorsprung ausgebaut. Zwar kam Heinrichsort/Rödlitz durch einen verwandelten Foulelfmeter von Florian Uhlig (73.) noch einmal heran, postwendend fiel aber das 6:3 durch Max Lorenz, der ebenfalls vom Punkt traf. Mit der nächsten Aktion der Gäste verkürzte Uhlig (76.) noch einmal, ehe Max Gläser in der 82. Minute den Schlusspunkt zum 7:4 setzte. Dafür erhielt er bei seiner Auswechslung wenig später ordentlich Applaus von der Terrasse der angrenzenden Gaststätte "Erzgebirgsblick". Von dort hatten 40 bis 50 Zuschauer die Partie verfolgt. "Die Gaststätte gehört nicht zum Vereinsgelände, also dürfen sich dort Leute aufhalten. Wir haben das vorab extra mit dem Ordnungsamt besprochen", sagte Abteilungsleiter Sven Neef.

Ganz ohne Zuschauer ging auch das zweite Halbfinale beim ESV Lok Zwickau II nicht über die Bühne. 30 bis 40 Interessierte hatten sich hinter dem Zaun einen Platz gesucht. Von dort sahen sie den 2:0-Sieg des FC Sachsen Steinpleis-Werdau. "Aufgrund der Chancen und Spielanteile ist der Sieg hochverdient. Ich hätte mir gewünscht, dass wir nach dem 1:0 cleverer spielen. Von der Lok war bis dahin nicht viel zu sehen. Erst nach dem Rückstand sind sie aktiver geworden. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung und jeder hat sich bis zum Ende durchgerungen", so Gästetrainer Matthias Lange. In der ersten Hälfte konnten die Hausherren aus ihrem Eckenverhältnis von 5:0 kein Kapital schlagen. Steinpleis-Werdau hatte die besseren Chancen, nur dank einer prächtigen Fußabwehr verhinderte Lok-Keeper Maximilian Fiedler gegen Dörner das 0:1 (43.).

In der 60. Minute führte ein Kontor über die rechte Seite zum Erfolg, als Fabian Krabacz mit einem Flachschuss aus rund acht Metern das 1:0 erzielte. Khibry Othmann und Jonathan Oelschlegel hatten eine Viertelstunde vor Schluss zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich, nutzten diese aber nicht. In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte der erst 21-Jährige Krabacz für die Entscheidung, als er aus sehr spitzem Winkel ins lange Ecke traf. "Es war ein anstrengendes Spiel. Insgesamt hatten wir viele klare Chancen und haben verdient gewonnen", sagte der zweifache Torschütze. Lok-Trainer Thomas Winkelmann hingegen gestand: "Wir haben nicht zu unseren Spiel gefunden. Unsere Offensive hat nicht funktioniert. Werdau hat mehr Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen und schneller und zielstrebiger gespielt. Es war mein letztes Spiel als Trainer bei Lok. Ich mache jetzt erst einmal eine Pause."

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