Über Fraureuth in die 1. Bundesliga

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Martin Wolfring hat in der Kegelwelt schon einiges gesehen. Nachdem er beim VfB Eintracht zum U-23-Nationalspieler reifte, gehört er nun dem Team des Deutschen Meisters an.

Fraureuth.

Wenn sich Martin Wolfring mit seinem Vater Ralf über die Leistungen auf der Kegelbahn austauscht, dann geht es meist um dieselben Punkte. "Wir kennen uns sehr gut und können uns gegenseitig immer ganz gut helfen", erzählt der 30-Jährige. Kegeln, das ist bei Wolfrings Familiensache. So hatten Martin und sein älterer Bruder Florian praktisch keine Wahl, als auf der Kegelbahn heimisch zu werden. "Ich bin in Reichenbach aufgewachsen und habe beim KSC Reichenbach/Mylau mit dem Sport angefangen", erinnert sich Martin Wolfring.

Trainer Werner Meisel - ein Mylauer, der Mitte der 1990er Jahre zum VfB Eintracht Fraureuth wechselte - lockte den jungen Vogtländer 2003 nach Westsachsen. Zu der Zeit galt der Verein mit seiner modernen Anlage als eines der Aushängeschilder des Sports in der Region. "Die Aussicht auf Erfolge war gut und Fraureuth ist ja auch nicht weit weg", sagt der heute 30-Jährige. Mit dem Deutschen Vizemeistertitel in der Jugend-Mannschaft 2004 und 2008 schließlich der Berufung in die U-23-Nationalmannschaft zahlte sich der Wechsel aus.

Auf der Bahn in Fraureuth ist Martin Wolfring heute nur noch selten anzutreffen. Im Herbst nutzte er einen Heimatbesuch, um sich mal wieder mit Vater Ralf zu messen. Das Duell entschied der Senior klar für sich. Ansonsten greift der 30-Jährige - wenn nicht gerade Corona den Sport lahm legt - mit dem VKC Eppelheim in der 1. Bundesliga im 200-Wurf-System an. Seit Sommer gehört der gebürtige Vogtländer fest zur 1. Mannschaft, die in der Vorsaison den Deutschen Meistertitel feierte. Zuvor spielte Martin Wolfring im Zweitligateam, weil er im Studium zu stark eingebunden war.

"Ich mache in Heidelberg meinen Master in Molekularer Biotechnologie. Durch Kontakte zu einem Eppelheimer Spieler, den ich noch aus der Zeit in der Nationalmannschaft kenne, bin ich beim Verein gelandet", erzählt Wolfring, für den die aktuell lange Trainingspause nicht komplettes Neuland ist. Während seines Bachelorstudiums in Cleve zum Beispiel kegelte er nur sehr unregelmäßig: "Wenn man dann wieder einsteigt, fehlt am Anfang einfach die Konstanz. Man kann zwar mit Läufen und Radtouren die allgemeine Fitness behalten, aber fürs Kegeln selbst braucht es das regelmäßige Training auf der Bahn."

In der Kegelwelt hat der Vogtländer auch schon im Süden Deutschlands Station gemacht. Während eines Praktikums spielte er in Weil am Rhein, dort damals im 120-Wurf-System. Festgelegt auf eine der beiden Varianten ist der 30-Jährige nicht. "Im Großen und Ganzen macht mir das 120er-System mehr Spaß. Es ist einfach mehr Spannung drin, auch für die Zuschauer. Irgendwann wird es sicher noch mehr in diese Richtung gehen", sagt er.

Festlegen will er sich auch deshalb nicht, weil er noch nicht weiß, wo es ihn nach dem Studium hinzieht. Sollte es aber in der Nähe einen Kegelverein geben, so dürfte er dort auf der Bahn stehen. Schon allein, weil die Familienduelle bestehen bleiben sollen. "Das ist einfach noch mal lustiger, wenn du gegen deinen Bruder oder Vater spielst. Auch mein Onkel Gerd kegelt, sogar in der Nähe von Eppelheim. Da ist es immer spannend, wer die Nase vorn hat. Denn gut sind wir alle."

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