Über Geisterspiele ins Pokalfinale: So sieht der Re-Start im Kreis aus

Wenn am Sonntag in Wilkau-Haßlau und Zwickau erstmals nach der Corona- Pause wieder der Fußball rollt, stehen zwei sportlich reizvolle Duelle an. Der Rahmen fällt allerdings eher ungewöhnlich aus.

Zwickau.

Der Tenor vor dem Kreispokal-Halbfinale der Männer am Sonntag, 15 Uhr ist eindeutig. Und das gleich in zweierlei Hinsicht: Alle vier Mannschaften freuen sich darauf, endlich wieder Fußball spielen zu können. Und alle vier gehen mit dem gleichen Motto auf den Platz. "Wer im Pokal einmal so weit gekommen ist, der will natürlich auch ins Finale einziehen", sagt Trainer Matthias Lange vom FC Sachsen Steinpleis-Werdau. Sein Team war am 8. März als einziger Vertreter der Kreisoberliga in die Runde der letzten Vier eingezogen. Komplettiert wird das Starterfeld von den Kreisliga-Topteams SV Muldental Wilkau-Haßlau (1. der Staffel 1), SV Heinrichsort/Rödlitz (2. der Staffel 2) und Lok Zwickau II (4. der Staffel 1).

SV MT Wilkau-Haßlau - SV Heinrichsort/Rödlitz. Die Gastgeber stehen zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale und haben in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Das soll so bleiben. Doch der Respekt vor Heinrichsort/Rödlitz ist groß. "Das ist eine Top-Mannschaft, die wir aus vielen Testspielen und dem Pokal im vorigen Jahr kennen", sagt Wilkau-Haßlaus Trainer Marcus Weichert. Damals siegte sein Team auswärts 6:3. Diesmal muss er sich auch ein Stück weit überraschen lassen. "Die Jungs sind alle motiviert, aber es ist auch ganz normal, dass viele Sachen noch nicht gleich wieder so funktionieren wie vor der Pause", sagt er.

Der SV Heinrichsort/Rödlitz hatte bis zum Saisonabbruch eine starke Serie gespielt und will daran anknüpfen. "Wilkau-Haßlau ist als Erster der Staffel 1 ein sehr starker Gegner. Aber ich denke, die Tagesform wird entscheiden", sagt Abteilungsleiter Thomas Dingfelder. Sein Team muss die gesperrten Tom Schwall und Jakob Grasemann ersetzen. Dass in der Liga der Traum vom Aufstieg unerfüllt bleibt, wurde schon abgehakt. "Natürlich ist das ein bisschen Pech für uns", sagt Dingfelder. Tabellenführer Hohenstein-Ernstthal, der bei drei Punkten Vorsprung noch einzuholen gewesen wäre, verzichtet erneut freiwillig auf den Aufstieg. Doch die Heinrichsorter dürfen in dieser ungewöhnlichen Saison nicht nachrücken. Auf Klagen vor dem Sportgericht wird aber verzichtet, denn auch eine weitere Kreisligasaison ist kein Problem.

ESV Lok Zwickau II - FC Sachsen Steinpleis-Werdau. Die Lok-Reserve hat auf dem Weg ins Halb- finale mit Neukirchen und Crossen bereits zwei Kreisoberligisten aus dem Rennen geworfen und geht entsprechend selbstbewusst ins Spiel. "Ich erwarte ein Spiel zweier ebenbürtiger Mannschaften, in dem die Chancen 50:50 stehen", sagt Lok-Trainer Thomas Winkelmann. Für die zweite Mannschaft des ESV ist es nach der Finalniederlage 2015 gegen Friedrichsgrün (0:2) und dem Aus im Halbfinale 2017 gegen den späteren Sieger Lichtenstein das dritte Mal innerhalb weniger Jahre, dass sie im Pokal eine gute Rolle spielt.

Von einem Duell auf Augenhöhe geht auch der Gast aus. "Lok hat bekanntermaßen eine spielstarke zweite Mannschaft", sagt FC-Sachsen-Trainer Matthias Lange. Er erwartet zunächst eine Phase des Abtastens: "Es kann sein, dass es auf beiden Seiten holprig beginnt, weil keiner im Rhythmus ist. Dann kommt es darauf an, sich reinzubeißen und reinzuarbeiten. Wem das am besten gelingt, der wird sich am Ende auch durchsetzen."


Wie in der Bundesliga: Die Zuschauer bleiben außen vor

Der Fußball Kreisverband Zwickau kommt mit der Fortsetzung und Beendigung seines Pokalwettbewerbes einer Empfehlung des Sächsischen Fußballverbandes nach. Auch in den Kreisverbänden Vogtland und Erzgebirge werden an diesem Wochenende die Halbfinalspiele nachgeholt. In Chemnitz war bereits vorige Woche wieder gespielt worden. Endspieltermin für den Zwickauer Kreispokal ist das Wochenende 11./12. Juli.

Für die Austragung der Spiele sind neben den kommunalen Festlegungen die Hygieneempfehlungen des Sächsischen Fußballverbandes zu beachten. Das bedeutet unter anderem auch, dass keine Zuschauer zugelassen sind. Der Zwickauer Kreisverband hat daher angekündigt, pro teilnehmender Mannschaft 18 Spielern und sieben Offiziellen den Zutritt zu den Spielstätten zu ermöglichen.

Im Nachwuchsbereich rollt an diesem Wochenende ebenfalls unter den entsprechenden Hygienvorgaben der Ball. Nach den Viertelfinals der A- bis D-Junioren in der Vorwoche geht es diesmal um den Einzug in die Endspiele. Die weitere Teilnahme am Pokal war in der Jugend wie auch bei den Männern freiwillig. (tyg)

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