Überraschung für den Multifunktionär

Als Handballer hat sich Jürgen Bengel aus Hohenstein-Ernstthal nie groß in den Vordergrund gespielt. Abseits des Parketts wurde selbst der deutsche Verband auf ihn aufmerksam.

Hohenstein-Ernstthal.

Eine dicke Überraschung gab es am Wochenende für Jürgen Bengel. Der 70-Jährige, der in Hohenstein-Ernstthal wohnt und Vereinschef beim Handballverein Grüna ist, war für einen Zeitnehmereinsatz beim Spiel der Grünaer A-Junioren gegen Mölkau in der Oberlungwitzer Sporthalle. Doch vor der Partie stand er plötzlich im Mittelpunkt. Nicht nur René Ulbrich und Fanny Lasch vom eigenen Verein übergaben als Dankeschön für die ehrenamtliche Arbeit Geschenke, sondern auch Hans-Jürgen Pahner vom Kreis- und Knut Berger als Vertreter des sächsischen Handball-Verbandes. Berger überreichte sogar die Ehrennadel des Deutschen Handballbundes an Jürgen Bengel und lobte dessen jahrzehntelangen Einsatz.

Mitte der 1960er Jahre spielte die Hälfte von Bengels Schulklasse in Grüna Handball. Auch er selbst versuchte sich auf dem Parkett. "Ich war da aber keine Leuchte", gibt er zu. Die typische Laufbahn mit den Stationen Spieler, Trainer oder Schiedsrichter bis hin zum Funktionär war damit passé, doch der Handballsport sollte sein Leben trotzdem maßgeblich prägen. Zunächst führte Bengel die Statistik der Jugend und half im Umfeld. Später engagierte er sich, als 1972 das Jubiläum "50 Jahre Handball in Grüna" gefeiert wurde. Ab 1983 war er Sektionsleiter und nach der Wende wurde er Vorsitzender des neu gegründeten Handballvereins. Parallel dazu fungierte der Hohenstein-Ernstthaler mehrere Jahre als Zeitnehmer bei den Spielen der Bundesligahandballer des EHV Aue und kam sogar bei Juniorenländerspielen zum Einsatz.

Mitte der 1990er wurde Bengel Schiedsrichter. "Da war großer Bedarf da", erinnert sich der 70-Jährige, der auch die Ämter des Schiedsrichterwartes im Kreisverband und später das Amt als Chef in der Technischen Kommission des Bezirksverbandes übernahm. "Er hat überall dort Verantwortung übernommen, wo jemand gebraucht wurde", sagt René Ulbrich, einer der Nachwuchstrainer und Macher beim HV Grüna.

Nicht nur der Einsatz der Mitglieder stimmt. Die Handballer erleben einen massiven Zuspruch im Nachwuchs. Insgesamt 215 Mitglieder hat der Verein, davon 150 Kinder. Langsam aber sicher denkt Bengel ans Aufhören, weshalb beim HV Grüna auch schon ein Nachfolger aufgebaut wird. Einen großen Wunsch hat der 70-Jährige aber nach wie vor. Eine handballtaugliche Halle in Grüna oder zumindest in der Nähe bräuchte der Verein dringend. Weil sie fehlt, spielt der Nachwuchs oft in Oberlungwitz. Die Männer sind Teil der Spielgemeinschaft HSG Sachsenring, die auch dank des starken Grünaer Nachwuchses derzeit in der Bezirksliga vorn mitmischt.

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