Ultraläufer will es nochmal wissen

Marco Locke geht am Samstag die Deutsche Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf mit einer klaren Zielstellung an: Der für Lok Zwickau startende Glauchauer will mit mehr als 200 Kilometern aufs Treppchen.

Zwickau/Glauchau.

Am Samstag wird es für Marco Locke ernst: Auf den Ultraläufer aus Glauchau wartet der Saisonhöhepunkt. Der Ausdauersportler startet in Bottrop (Nordrhein-Westfalen) bei der Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf, die dort anlässlich des Ultralauf-Festivals ausgetragen wird. Für den 36-Jährigen, der beim ESV Lok Zwickau organisiert ist, bedeutet die dortige Strecke zwar Neuland. Doch mit dem 24-Stunden-Lauf an sich kennt er sich bestens aus.

Bereits 2014 wurde er in Berlin-Weißensee auf der außergewöhnlichen Distanz Deutscher Meister in seiner Altersklasse und verteidigte den Titel ein Jahr später in Reichenbach. Zudem krönte er sich bereits mit einem sächsischen Meistertitel. Dabei war Locke jeweils eine Klasse für sich. 2015 lief der damals 32-jährige satte 30 Kilometer mehr als der Zweitplatzierte, ein Jahr zuvor waren es sogar 60 Kilometer.

Diese Erfolge sind umso beachtlicher, da der ESV-Lok-Läufer ein Quereinsteiger im Ultralauf ist. Begonnen hat die sportliche Karriere von Marco Locke bei den Fußballern des SV Empor Glauchau. "Mit zehn Jahren habe ich angefangen und gut 15 Jahre lang auf der Position des Torwarts gespielt", erzählt Locke. Mit 25 Jahren zwang ihn jedoch ein Kreuzbandriss zum frühen Karriereende. "Danach habe ich von mir aus mit dem Laufen angefangen."

Zum Ultralaufen, also allen Distanzen, die sich über der klassischen Marathonstrecke von 42,195 Kilometern bewegen, ist er durch Günter Thieme, der ebenfalls für den ESV Lok Zwickau startet, gekommen. "Er war da mein erster Ansprechpartner." 2015 holte Locke mit seinem Vereinskamerad Bronze in der Mannschaftswertung im 24-Stunden-Lauf.

Auf die Strecke in Bottrop ist der Westsachse gespannt. Bereits im letzten Jahr wurde die Deutsche Meisterschaft dort ausgetragen, jedoch ohne den Ultraläufer vom ESV. "Jetzt suche ich noch mal die Herausforderung und will über 200 Kilometer laufen", kündigt er an. Diese unglaubliche Marke knackte er bereits 2015 mit 203,13 Kilometern und stellte einen Vereinsrekord auf. Für sein zweites Ziel, unter die ersten Drei zu kommen, arbeitet der 36-jährige seit Jahresbeginn fleißig. "Im Januar habe ich wieder mit dem Training angefangen. Darunter waren auch einige Wettkämpfe, der längste in Nürnberg mit 146 Kilometern", berichtet Marco Locke. Zudem spult er ein Laufpensum von 140 Kilometern pro Woche ab. "Die letzten zwei Wochen habe ich es etwas herunter gefahren und hauptsächlich schnelle Einheiten absolviert", sagt das Ausdauer-Ass.

Die Deutsche Meisterschaft wird in diesem Jahr zum ersten Mal vom Deutschen Leichtathletik Verband ausgetragen. "Jeder Teilnehmer muss einem Verein angehörigen. Das ist die einzige neue Besonderheit", berichtet Locke. Die Starterzahl hat das laut ihm aber nicht beeinträchtigt. Insgesamt wagen sich knapp 140 Läufer an die Mega-Distanz. In seiner Altersklasse treten neben dem Glauchauer noch sechs weitere Athleten an.

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