VfB Empor legt los und wartet ab

Die Glauchauer Landesklasse-Fußballer sind zurück auf dem Trainingsplatz. In welcher Liga sie nächste Saison auflaufen, ist derzeit noch unklar.

Glauchau.

Es war alles vorbereitet in der Fußball-Landesklasse für ein Dutzend Spieltage voller Hochspannung. Gerade einmal vier Punkte trennten Spitzenreiter Motor Marienberg vom Tabellenfünften Concordia Schneeberg. Als ärgster Verfolger saß vor allem der VfB Empor Glauchau den Marienbergern dicht im Nacken. Statt Titelkampf herrschte wegen der Coronakrise seit Mitte März allerdings gähnende Leere auf den Fußballfeldern. Ein Zustand, der zumindest im Spielbetrieb noch länger anhält. Vergangene Woche erklärte der Sächsische Fußball-Verband (SFV) die Saison in der Landesklasse für beendet. Mindestens bis zum 30. Juni sollen kein Spiele mehr stattfinden. "Nach den vergangenen Wochen kam der Abbruch ja nicht unerwartet", sagt VfB-Empor-Vorstandsmitglied Patrick Jahn.

Dahin ist damit auch die Chance, die punktgleichen Marienberger noch von der Spitzenposition zu verdrängen. Lediglich ein Torverhältnis von plus 28 gegenüber plus 24 beim VfB Empor sicherte den Erzgebirgern Rang 1. "Es wäre natürlich bitter, wenn wir wegen vier Treffern weniger keine Chance zum Aufstieg hätten", sagt Glauchaus Trainer Lutz Wienhold. Obwohl er sich sportlich einen anderen Verlauf gewünscht hätte, ist der Abbruch für den Übungsleiter allerdings die richtige Entscheidung, um Planungssicherheit zu haben. "Außerdem gibt es momentan viel, viel wichtigere Dinge", so Wienhold.

Zumal das letzte Wort in Sachen Aufstieg und sofortiger Rückkehr in die Landesliga noch nicht gesprochen ist. Zwar wird es laut SFV in dieser Spielzeit keine Absteiger geben - der Weg in eine höhere Liga soll aber ermöglicht werden. Mit einer Entscheidung über den konkreten Ablauf rechnet der VfB Empor noch in dieser Woche. "Vielleicht wäre ja auch eine K.o.-Runde möglich oder dass mehrere Teams aufsteigen", sagt Wienhold. Doch darüber zu spekulieren, sei müßig. "Wir sind ja schließlich nicht bei 'Wünsch Dir Was'", so Wienhold. Auch Patrick Jahn betont, dass erstmal Abwarten die Devise ist. "Die Hoffnung ist da", so Jahn. Aber selbst wenn der VfB Empor aufsteigen dürfte, würde der Verein zunächst seine Optionen durchdenken. "Nach meinem Dafürhalten werden es in der nächsten Saison Mammutligen werden", sagt Jahn.

Unabhängig davon legten die Glauchauer am vergangenem Donnerstag auf dem Trainingsplatz endlich wieder los. Für die Übungseinheiten stellte der Vorstand des VfB Empor in der Coronazeit klare Regeln auf. Da die Innenräume nicht betreten werden dürfen, müssen alle Spieler bereits umgezogen anreisen, geduscht wird im Anschluss in den eigenen vier Wänden. Auch bei den Einheiten selbst herrschen strenge Abstandsregeln. "Es ist etwas ungewohnt, zu trainieren, ohne sich auf ein konkretes Spiel vorzubereiten. Aber wir haben uns natürlich alle gefreut, dass wir uns wiedergesehen haben", sagt Wienhold. An die geltenden Regeln haben sich seine Spieler gehalten. "Da gab es keine Probleme", so Wienhold.

Während die Vorbereitungen auf dem Feld nun langsam in Fahrt kommen, gibt es auch abseits des Platzes Positives zu vermelden. Die gemeinsame Aktion mit dem SV Lok Glauchau-Niederlungwitz, Karten für ein gemeinsames Spiel zu verkaufen, entpuppt sich als Erfolg. Auf der Internetseite "Geisterspiel-tickets.de" wird das Derby in den Verkaufscharts als Spitzenreiter ausgewiesen. "Das läuft richtig gut. Wir würden uns aber freuen, wenn es trotzdem noch paar mehr werden", sagt Patrick Jahn. Virtuell wird die Partie am Sonntag angepfiffen. Wenn das Spielen nach den oberen Ligen auch in den unteren Klassen wieder erlaubt ist, soll das Kräftemessen auf dem Rasen nachgeholt werden. Ticketkäufer aus dem Netz werden dann freien Zutritt bekommen. Die Einnahmen aus dem Spiel teilen sich die beiden Glauchauer Klubs 50:50 auf.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.