VfL präsentiert sich kaltschnäuzig

Im Halbfinal-Hinspiel der Deutschen Meisterschaft ist Hohenstein-Ernstthal gegen den HSV nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Die Gäste hatten mehr Spielanteile, trotzdem bot sich dem VfL die beste Chance zum Sieg - zumindest vermeintlich.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Spieler der Futsal-Mannschaft des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal sind vorbildliche Sportler. Nach dem 3:3 (3:1)-Unentschieden im Hinspiel des Halbfinales zur Deutschen Meisterschaft gegen die Hamburger SV Panthers kamen sie der Hoffnung ihres Vereinschefs nach, noch bevor dieser sie überhaupt formuliert hatte. Den Satz "Der VfL zieht ins Finale ein, weil ..." ergänzte Heiko Fröhlich mit den Worten "... wir das Hinspiel ganz genau analysieren werden." Das Team diskutierte zu diesem Zeitpunkt bereits eifrig über die vorangegangenen 40 Minuten.

"Wir haben schon darüber gesprochen, was wir besser machen müssen", sagte VfL-Kapitän Christopher Wittig. Denn spielbestimmend vor den 507 Zuschauern im Hot-Sportzentrum waren zumeist die Gäste aus dem Norden. "Wir wollten tiefer stehen, weil wir wussten, dass Hamburg im Eins-gegen-Eins sehr gut ist und jeden Fehler bestraft", so Wittig. Neben der eigenen Abwehr gefiel dem Spielführer vor allem die Effektivität im Angriff - womit er einen wesentlichen Aspekt des Spiels gut umschrieb.

Denn ohne die gezeigte Kaltschnäuzigkeit wäre es schwer gewesen, überhaupt ein Unentschieden zu ergattern. In den ersten Minuten kamen die Hohenstein-Ernstthaler kaum an den Ball. Dafür brauchten sie aber auch nur drei Stationen, um in Führung zu gehen. Nach einer Balleroberung von Ondrej Mica setzte Jakub Reznicek Spielertrainer Michal Salak in Szene, der zum 1:0 einnetzte (4. Minute). Spätestens nach dem Ausgleich durch Danijel Suntic in der 7. Minute waren die Hamburger wieder am Drücker. In Führung gingen aber erneut die Hausherren. Mica traf nach einer Ecke per Weitschuss zum 2:1. Als Michal Belej kurz vor der Pause eine Hereingabe zum 3:1 über die Linie drückte, lag der VfL trotz weniger Chancen und Ballbesitz auf Siegeskurs.

Doch die nächsten Knaller hatten die Gäste parat. Onur Saglam verkürzte Sekunden vor der Pause mit einem Schuss fast von der Mittellinie auf 2:3. Auch nach dem Seitenwechsel gab der HSV Gas. Michael Meyer glich nach einer schönen Körperdrehung mit einem satten Schuss ins kurze Eck aus (25.).

Mit ihrem nächsten Volltreffer schossen die Gäste Hohenstein-Ernstthal die Lichter aus. Aber zum Glück nur auf der Anzeigetafel. Suntic klärte einen Ball resolut ins Seitenaus und räumte damit den Laptop der Offiziellen ab. "Das ist aber nur nebensächlich und Zufall, wichtig ist, dass wir uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geholt haben", sagte der "Übeltäter". Die Technik lief danach nur holprig weiter - ähnlich wie die Offensive des VfL. Immer wieder landeten Bälle im Niemandsland. Dennoch hätte es fast zum Sieg gereicht. Zwei Minuten vor dem Ende bediente Salak mit einem herrlichen Pass Ondrej Mica, der frei auf dem gegnerischen Torwart zulief. Durch ein Foul kam die Nummer 17 des VfL aber zu Fall und wurde um die große Siegchance gebracht. Denn das Schiedsrichter-Team ahndete den Regelverstoß nicht und ließ weiterspielen. "Das hätten sie pfeifen müssen, aber für die Vorbereitung auf das Rückspiel macht es keinen großen Unterschied, ob es 3:3 oder 4:3 ausgeht", so VfL-Vereinschef Fröhlich.

Nach dem Hinspiel, bei dem sich beide Teams gegenseitig für ihr hohes taktisches Niveau lobten, geht es im Rückspiel am kommenden Samstag in Hamburg um den Einzug ins Finale. Kapitän Wittig hielt sich mit einer Prognose zurück. "Da kann alles passieren. Vielleicht gibt es ja sogar eine Verlängerung."

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