Vom Pech verfolgt zum glücklichen Punkt

Ergebnis und Stimmung haben am Sonntag bei Zwickaus Wasserballern perfekt übereingestimmt - beides endete mit einem Unentschieden. Das Wochenend-Fazit fiel dagegen eindeutig aus.

Zwickau.

Ziemlich genervt sei er gewesen, bestätigte Matthias Schädlich, Wasserball-Torhüter des SVZwickau. "So was habe ich noch nie erlebt, so viel Pech", sagte er nach dem Remis am Sonntag in der 2. Liga Ost gegen die HSG TH Leipzig. Knapp die Hälfte seiner zehn Gegentreffer landete abgefälscht im SV-Kasten, bei einem weiterem Tor war zudem unklar, ob der Ball die Torlinie vollständig überschritten hatte.

Trotzdem blieb dem starken Schädlich in einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase das Glück des Tüchtigen treu. 30 Sekunden vor dem Ende erhielten die Gäste den Ball, spielten die Uhr herunter und schlossen in letzter Sekunde ab - statt ins Netz segelte der Ball zur Freude der Hausherren aber über den Kasten. Das insgesamt verdiente Unentschieden war mit etwas Dusel gerettet.

Direkt vor dieser Szene vergaben die Zwickauer selbst eine große Chance auf die volle Punktzahl. In Überzahl krachte ein Abschluss gegen das Gebälk des Leipziger Tores. "Das Spiel hätte in beide Richtungen ausgehen können", so Schädlich. Entsprechend war SV-Kapitän Franz Czerner nicht ganz sicher, wie das Remis einzuordnen sei: "Vor dem Spiel hätte ich von einem gewonnen Punkt gesprochen." Immerhin war Leipzig nur einen Tag zuvor gegen Plauen II erfolgreich und kletterte dadurch auf Tabellenrang 2. "Nach dem Spiel ist es eher ein verlorener Punkt", sagte Czerner.

Im ersten Viertel kam Zwickau offensiv jedoch nicht zum Zug und lag 0:2 zurück. "Wir haben uns dann aber gut rangekämpft", so Schädlich. In der Tat führte der SV zur Pause 5:4, nach dem dritten Abschnitt 8:7 und lag auf Siegkurs. Doch nachdem sich die Gastgeber im Unterzahlspiel lange Zeit defensiv überragend präsentierten, münzte Leipzig gegen Ende des Spiels die Zwickauer Zeitstrafen konsequent in Tore um. "Wir trainieren viel in der Abwehr, das hat lange gut geklappt", so Kapitän Czerner. Hinten heraus habe dann etwas die Luft gefehlt.

Leichter fiel im Anschluss die Bewertung des gesamtes Wochenendes. "Wir sind sehr zufrieden", sagten sowohl Franz Czerner und Matthias Schädlich. Zusammen mit dem 15:12-Heimsieg am Samstag gegen die SG Neukölln Berlin II behielt der SV drei Punkte in der Glück-Auf-Schwimmhalle und verbesserte sich in der Tabelle auf Rang 6. Den Grundstein für den Erfolg gegen Berlin legten die Zwickauer mit einem Zwischenspurt im dritten und vierten Viertel. Dank konzentrierter Abwehrarbeit erspielte sich der SV zahlreiche Kontermöglichkeiten und stellte den Zwischenstand innerhalb von zehn Minuten von 5:5 auf 14:7. Nachwuchsspieler Anton Eirich kam in der Schlussphase zum Einsatz und durfte einen Strafwurf werfen, doch ein Torerfolg blieb ihm verwehrt. (mit jwn)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...