Vorfreude aufs Ostderby in Jena

Es hat schon Tradition beim FSV Zwickau, dass sich die Neuzugänge und der Trainer zu Beginn der neuen Saison beim Fanprojekt vorstellen. Das Interesse der Anhänger war deutlich größer als in den vergangenen Jahren.

Zwickau.

Als Einstimmung aufs Ostderby in Jena fand am Freitagabend in entspannter Atmosphäre der 30. Zwickauer Fußballstammtisch statt. Zum Jubiläum waren FSV-Trainer Joe Enochs, Sportdirektor David Wagner, neun der neu verpflichteten Spieler (es fehlten Bryan Gaul und Alexandros Kartalis) der Rot-Weißen und Alexander Sorge, der nach langer Verletzungspause jetzt wieder angreifen will, herzlich begrüßte Gäste in den Räumen an der Paul-Fleming-Straße 13.

"Ich habe vom ersten Moment an ein gutes Gefühl gehabt in Zwickau", gestand Joe Enochs. "Bis jetzt ist auch alles positiv gelaufen. Das hat sich die Mannschaft verdient, die eine tolle Arbeit leistet." Der FSV verfüge über einen breiten, sehr guten Kader. "Mit den Jungs haben wir eine große Zukunft vor uns."

Die anwesenden Spieler stellen sich der Reihe nach selbst vor, wobei sie auf Wunsch des Fanprojekt-Vorsitzenden Tom Richter auch erzählten, in welchem Alter und wo sie als Knirps mit dem Fußball begannen. Es ging locker-gelöst zu. Julius Reinhardt verriet, dass er in jungen Jahren beim VfB Chemnitz gemeinsam mit der späteren Nationalspielerin Anja Mittag gekickt hat. Nico Beyer berichtete, dass er bei Hertha selbst mit in der Fankurve stand. Kevin Hofmann, von Jahn Regensburg an die "Schwäne" ausgeliehen", hatte sich vor seinem Wechsel mit dem Ex-Zwickauer Jonas Nietfeld unterhalten. "Ich will mich hier durchsetzen", kündigte der Oberpfälzer an. Tarsis Bonga, der mit drei Jahren in Koblenz angefangen hat, sammelte entgegen aller Klischees bisher nur positive Eindrücke vom Osten.

Die Vorfreude aufs heutige Ostderby, zu dem über 7000 Zuschauer erwartet werden, ist groß. "Wir nehmen die Aufgabe sehr ernst. Es wird schwierig, dort zu bestehen", weiß Joe Enochs, der ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. Jena hatte zwar einen Ausrutscher zu Hause gegen Halle, habe dann aber gegen den KSC und im Pokal gegen Union Berlin sein wahres Gesicht gezeigt. Die Devise des FSV ist unverändert: hoch pressen, früh stören. "Wir müssen richtig aufpassen, um unser Tor sauber zu halten", fordert der Trainer. Personell hat er die Qual der Wahl, zumal sich in den Tests beim CFC und in Plauen viele, die bisher selten zum Zuge kamen, für die erste Elf angeboten haben. An Motivation wird es heute gewiss nicht mangeln: Mit einem Sieg könnte sich Zwickau in die Top 3 der 3. Liga katapultieren.

Anstoß: am Montag, 19 Uhr, im Ernst-Abbé-Sportfeld. Die Abendkassen öffnen 17.15 Uhr, die Stadiontore gehen 17.30 Uhr auf. Schiedsrichter der Partie ist Florian Badstübner aus dem mittelfränkischen Windsbach.


Thüringer erheitert die Fans

Dass Christian Bickel ein exzellenter Fußballer ist, hat er in seiner kurzen Zeit beim FSV schon eindrucksvoll bewiesen. In allen vier bisherigen Drittliga-Partien stand er 90 Minuten auf dem Platz. Seine Entertainer-Qualitäten haben jedoch viele überrascht. "Ich wusste gar nicht, dass Christian so lustig ist", staunte Joe Enochs beim Fanstammtisch. Dort hatte Bickel die Stationen seiner mit zahlreichen Verletzungen gepflasterten Laufbahn geschildert - eine geballte Anhäufung von Pech, die der gebürtige Thüringer aber mit einem trockenen Humor Revue passieren ließ, der die Fans zu einer Kanonade von Lachsalven animierte. Das war Selbstironie vom Feinsten. Für den erheiternden Vortrag erntete Bickel viel Beifall. (tc)

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