"Wir brauchen weiter Geduld"

Ronny Bauer, Teamchef des Eishockey-Zweitligisten aus Crimmitschau, spricht über Neuzugänge und Wettrüsten

Crimmitschau.

Die Profis des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau beginnen Mitte August mit dem Eistraining. Bis dahin gibt es noch viel Arbeit für Teamchef Ronny Bauer. Holger Frenzel sprach mit dem 49-Jährigen, der auch Gesellschafter ist.

Freie Presse: Im Kader der Eispiraten gibt es noch einige Lücken. Dürfen wir Sie als Schnäppchenjäger oder Spezialist für den Sommerschlussverkauf bezeichnen?

Ronny Bauer: Das ist mir egal. Wir hätten die Planungen gern schon abgeschlossen, mussten aber Rückschläge hinnehmen. Deshalb brauchen wir weiter Geduld. Die Leute, die wir noch holen wollen, sind als Leistungsträger eingeplant. Für mich zählt nur das Ergebnis: Das sind die Leistungen der Mannschaft auf dem Eis, wo wir an die Entwicklung der letzten beiden Spielzeiten anknüpfen wollen.

18 Akteure gehören aktuell zum Aufgebot. Welche Stellen sollen noch besetzt werden?

An den Aussagen, die wir zuletzt kommuniziert haben, hat sich nichts geändert: Ein Torhüter, ein Verteidiger und ein Stürmer sollen noch kommen. Dazu hoffen wir auf Unterstützung durch mindestens einen Förderlizenzspieler von unserem Kooperationspartner aus Bremerhaven. Hier fällt die Entscheidung erst nach der Vorbereitung.

Welche Anforderungen gibt es an die drei Leute, die noch verpflichtet werden sollen?

Wir brauchen einen starken Schlussmann, der sich gemeinsam mit Mark Arnsperger einen internen Konkurrenzkampf um den Stammplatz liefert. Für die Abwehr soll ein Spieler mit deutschem Pass, der vor dem eigenen Tor für Präsenz sorgt, kommen. Wenn das klappt, können wir die letzte Ausländerlizenz an einen Stürmer vergeben. Trainer Daniel Naud favorisiert einen Center, der mit rechts schießt. Wie schon formuliert: Wir suchen Leute, die als Leistungsträger eingeplant sind.

Zu den deutschen Torhütern, die sich auf dem Markt befinden, gehört Matthias Lange. Ist seine Verpflichtung ein Thema?

Nicht mehr. Wir hätten ihn gern in der Schlussphase der Saison 2018/19 nach Crimmitschau geholt. Damals entschied sich Matthias Lange anders, ist in Iserlohn geblieben. Wir arbeiten an einer anderen Lösung.

Dabei soll auch Torhüter Brett Kilar noch einen Vertrag besitzen und auf der Gehaltsliste der Eispiraten stehen.

Das stimmt. Wir haben uns in der Auswertung der letzten Saison für die Veränderung im Tor entschieden. Wir wollen uns auf der Torhüterposition verbessern. Deshalb gehen wir ein gewisses Risiko ein. Dafür tragen wir als Gesellschafter die Verantwortung. Brett Kilar hat bei uns einen Arbeitsvertrag. Er wird nach Crimmitschau kommen, spielt in unseren Planungen aber keine Rolle. Wir suchen mit ihm nach einer Lösung. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Ein Teil der Personalentscheidungen werden mit dem DEL-Kooperationspartner aus Bremerhaven abgestimmt. Sind die Eispiraten von den Fischtown Pinguins abhängig?

Wir haben eine gute Partnerschaft, die einfach funktioniert. In den letzten Jahren haben mit Mike Hoeffel, Will Weber, Patch Alber oder nun Christian Hilbrich einige Leute über Einsätze in Crimmitschau den Sprung in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) geschafft. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können - auch bei Profis, die nicht sofort einen DEL-Vertrag bekommen. Wir haben gute Kontakte nach Bremerhaven, müssen auch nicht jedes Detail in einem Vertrag festhalten. Die Zusammenarbeit zwischen den Standorten soll künftig im Nachwuchsbereich ausgebaut werden.

Teams wie der EV Landshut als Aufsteiger oder Bad Tölz als bisheriger Play-down-Teilnehmer rüsten mächtig auf. Wie betrachten Sie die Entwicklung in der DEL 2?

Die DEL 2 wird stärker und wesentlich ausgeglichener. Die Spitzenteams rücken enger zusammen. Durch die bevorstehende Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs mit der DEL hat auch ein - aus meiner Sicht - fast schon ungesundes Wettrüsten begonnen. Vor allem Dresden und Bad Tölz sind deutlich stärker als zuletzt einzuschätzen. Wir wollen wieder um einen guten Platz im Mittelfeld mitspielen und die Top-Teams ärgern.


Arnsperger und Klöpper dürfen mit den Fischtown Puinguins auf das Eis

Zwei Profis der Eispiraten Crimmitschau fahren mit ins Trainingslager des DEL-Kooperationspartners Fischtown Pinguins Bremerhaven. Torhüter Mark Arnsperger und Stürmer Patrick Klöpper haben eine Einladung erhalten und dürfen damit früher als ihre Teamkollegen auf das Eis. Das Camp findet ab Sonntag in Tschechien statt. Dort ist auch ein Gespräch zwischen Verantwortlichen aus Crimmitschau und Bremerhaven geplant. (hof)

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