Wo der Nachwuchsfußball boomt

Auf dem Platz des SV Hartenstein-Zschocken herrscht jeden Tag Hochbetrieb. 120 Kinder und Jugendliche gehen in neun Mannschaften auf Torejagd. Dahinter stecken viel Arbeit, eine Menge Herzblut und eine Vision.

Hartenstein/Zschocken.

Die blanken Zahlen sprechen für sich: Als sich die Fußballer aus Hartenstein und Zschocken 2013 zur Fusion entschlossen, gab es mit der E-Jugend gerade mal eine Nachwuchsmannschaft im neu gebildeten Verein. Heutzutage wuseln jeden Nachmittag mehrere Teams gleichzeitig über den Kunstrasenplatz in Hartenstein. "Es gab in den vergangenen sechs Jahren eine enorm positive Entwicklung. Wir haben aktuell neun Mannschaften von den Bambini bis zu den B-Junioren. Das sind 120 Kinder und Jugendliche, die von 25 Trainern und Übungsleitern betreut werden", sagt Stephan Kastner (39), der Nachwuchsleiter des SV Hartenstein-Zschocken stolz.

Die Gründe für den Aufschwung sind vielfältig. Das geht bei den Kooperationen mit der Grundschule Zschocken und der Oberschule Hartenstein los, in denen der Verein Arbeitsgemeinschaften anbietet. Und es hört bei den gut ausgebildeten Trainern und Übungsleitern lange noch nicht auf. Dabei profitiert die gesamte Nachwuchsabteilung davon, dass mit Kay Freisleben auch ein B-Lizenz-Trainer zum Team gehört. "Es sind viele Dinge gleichzeitig ins Laufen gekommen, die nach und nach Früchte getragen haben", sagt Stephan Kastner.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der Ansatz, den Kindern neben dem Fußball-Abc auch Werte wie Disziplin, Ehrlichkeit und Teamgeist beizubringen. "Dadurch hatten wir die Familien ganz schnell mit im Boot, ohne deren Unterstützung es nicht geht", erklärt der Nachwuchsleiter. Er berichtet: "Mir haben kürzlich erst Eltern gesagt, dass sie nie gedacht hätten, mal soviel Zeit auf dem Fußballplatz zu verbringen."

Zum großen Zusammenhalt im Verein kommen erste sportliche Erfolge. So haben die C-Junioren des SV Hartenstein-Zschocken die Vorsaison in der Westsachsenliga auf dem zweiten Platz beendet und dabei satte 106 Tore erzielt. Im aktuellen Spielbetrieb sind es die B- und die D-Junioren, die in der höchsten Liga des Kreises jeweils in der Spitzengruppe mitmischen. Dass inzwischen längst auch Spieler anderer Vereine in Hartenstein angeklopft haben, liegt nicht zuletzt am 2018 eingeweihten Kunstrasenplatz, der den Kickern rund um die Uhr beste Bedingungen bietet.

Von daher verwundert es nicht, dass der Vereinsvorstand um Präsident Dietmar Becher guter Dinge ist, zum 100-jährigen Bestehen des Vereins in Hartenstein in zwei Jahren alle Nachwuchs-Altersklassen besetzen zu können. Aktuell fehlt nur noch die A-Jugend. Insofern müssen auch Männer-Trainer Marcel Mehlhorn und seine Jungs in der 1. Kreisklasse noch ein Stück durchhalten, bis frische Kräfte nachrücken. Denn vom Nachwuchsboom soll bald auch der gesamte Verein profitieren. Die Vision lautet, in ein paar Jahren mit den Männern in der Kreisliga zu spielen.

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