Lust und Frust im Doppelzimmer

Bei der WM in Seefeld feierten sie gemeinsam Medaillen, im Weltcup teilen sich Karl Geiger und Markus Eisenbichler ein Zimmer. Doch zurzeit hält nur der Allgäuer in der Weltspitze mit.

Nischni Tagil.

Viel weiter könnten die Gefühlswelten im Skisprungdoppelzimmer momentan nicht auseinanderliegen. Während der zweifache Weltmeister Karl Geiger in der Weltelite springt, befindet sich Vorzeigeathlet Markus Eisenbichler gut neun Monate nach seinen drei WM-Titeln in einem echten sportlichen Tief. Geiger bestätigte beim Weltcup im russischen Nischni Tagil seinen Aufwärtstrend, er belegte nach Rang zwei am Samstag am Sonntag den sechsten Platz. Bei Eisenbichler herrschte Frust pur: Er verpasste an beiden Weltcuptagen nach schwachen Sprüngen den zweiten Durchgang.

Für Bundestrainer Stefan Horngacher gibt es damit vor dem nächsten Weltcup am kommenden Wochenende in Klingenthal wenige Gewissheiten im deutschen Team. "Karl springt nach wie vor sehr gut, das passt soweit. Das Resümee von diesem Wochenende ist positiv", sagte der Tiroler. Geiger ist im verletzungsgeplagten Team ohne Andreas Wellinger und Severin Freund derzeit die Nummer 1, dahinter ist vieles offen. Auch beim Sachsen Richard Freitag lief in Russland am Wochenende vor seinem Heimspiel in der Vogtland-Arena noch nicht alles rund. Am Samstag flog der 28-Jährige auf Platz 18. Einen Tag später erwischte der Erzgebirger eine Windböe von hinten und stürzte mit einem 81,0-Meter-Hüpfer als 26. des ersten Durchgangs noch auf die 30. Position ab. Für den Rückenwind bekam er zwar 10,8 Zähler gutgeschrieben, doch retten konnte die Windkompensation den Springer von der SG Nickelhütte Aue nicht mehr. "Die Bedingungen sind nicht ganz fair. Man kann es aber nicht ändern", sagte Richard Freitag.

Woran es bei Eisenbichler hakt und wie schnell der Bayer seine Probleme in den Griff kriegen kann, ist schwer absehbar. "Wir müssen mit ihm in Ruhe weiter arbeiten, ohne Stress", kommentierte Horngacher. Eine Wettkampfpause sei eher nicht der richtige Weg, deutete der Trainer an, dass der Weltmeister in Klingenthal am Start sein wird. "Eisei" selbst sprach am Wochenende nicht groß, seine enttäuschten Gesten im Auslauf sagten genug aus.

Nach schwierigen Wochen in Wisla und Ruka machte Horngacher das DSV-Gesamtpaket am dritten Wochenende der Saison durchaus Hoffnung. "Glück oder Pech ist heute nicht so wichtig. Ich habe sehr viele gute Sprünge gesehen. Wir können zufrieden sein", erklärte der Nachfolger von Werner Schuster. Auch Geiger ist bereit für die nächsten Aufgaben in Klingenthal, Engelberg und bei der Vierschanzentournee. "Ich bin mit dem Ergebnis mega happy. Es war ein gutes Wochenende", befand er im ZDF. Youngster Constantin Schmid rundete ein gelungenes Teamresultat mit einem aufwindunterstützten 131,0-m-Flug als Siebenter ab. Die Siege trugen bei schwierigen und wechselnden Winden der Japaner Yukiya Sato und Österreichs Stefan Kraft davon. Das Gelbe Trikot des Weltcupführenden trägt weiter der Norweger Daniel Andre Tande, doch ein klarer Favorit in Richtung Vierschanzentournee lässt sich noch nicht ausmachen. Vielleicht gibt Klingenthal schon mehr Aufschluss darüber. mit dpa

Saison gestartet, Maren Lundby siegt schon wieder

Die Skispringerinnen sind am Wochenende in Lillehammer in den Weltcupwinter gestartet, und Norwegens herausragende Athletin der letzten Jahre zeigt sich bereits in Topform. Souverän gewann Maren Lundby (Foto) an beiden Tagen im Olympiaort von 1994. Am Samstag verwies sie die Österreicherinnen Eva Pinkelnig und Chiara Hoelzl auf die Podestplätze. Am Sonntag belegten Hoelzl und Sara Takanashi die Plätze zwei und drei.

Jeweils beste Deutsche auf dem großen Olympiabakken wurde Katharina Althaus. Die Vizeweltmeisterin sucht noch ihre Topform aus dem Vorwinter, kam jeweils auf Rang sechs. "Es ist noch ein bisschen Luft nach oben, trotzdem kann ich ganz zufrieden sein", sagte die 23-jährige Allgäuerin und freute sich auf die zweite Weltcupstation kommendes Wochenende in Klingenthal: "Es ist ganz cool, dass wir gerade zum Anfang ein paar Großschanzen haben."

In der Vogtland-Arena hofft Selina Freitag (26./29.) von der SG Nickelhütte Aue darauf, erneut Weltcuppunkte sammeln zu können. In Klingenthal steht am Freitag das Training und die Qualifikation (ab 15.45 Uhr) für die Damen und Herren an. Am Supersamstag gibt es zunächst ab 12 Uhr ein Einzelspringen der Damen. Um 16 steigt ein Teamwettbewerb der Herren. Sonntag ermitteln die Herren ab 16 Uhr ihren Einzelsieger. (tp/dpa)

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