Marc Marquez sorgt für Fiesta

Der Weltmeister aus Spanien hat das MotoGP-Rennen beim Grand Prix in Jerez klar dominiert. Doch die Spanier mussten lang auf einen Sieg der Einheimischen warten.

Chemnitz/Jerez de la Frontera.

Nach der Rundenhatz brachen alle Dämme. Marc Marquez, der ungekrönte König der Zweiradartisten in Spanien, ließ sich am Sonntag nach seinem Triumph im Rennen der Königsklasse MotoGP von den begeisterten Fans feiern, rannte in Richtung der Tribünen und hätte fast jeden einzelnen von ihnen umarmt. Der Weltmeister hatte zuvor in einem eher wenig spektakulären Lauf mit einem Start-Ziel-Sieg den ersten Europa-Grand-Prix der Motorrad-Weltmeisterschaft 2019 gewonnen. Seine Landsleute Alex Rins (Suzuki) und Maverick Vitales (Yamaha), die die weiteren Podestplätze errangen, hatten nie die Chance auf einen Sieg. Zu deutlich war der Abstand zwischen dem Weltmeister und seinen beiden Landsleuten.

"Im eigenen Land zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes. Deshalb freue ich mich, dass es gerade in Jerez mit einem Erfolg geklappt hat. Das müssen wir jetzt genießen und den Schwung in die nächsten Rennen mitnehmen", jubelte der MotoGP-Champion, der nicht verhehlte, dass die Art und Weise, wie er den Sieg herausfuhr, am Ende leichter aussah, als es in Wirklichkeit war. Seine Aussage bezog er vor allem auf die zwei Neulinge in der Königsklasse, den Italiener Franco Morbidelli (Yamaha) und dessen Markenkollegen Fabio Quartararo. Besonders der ersten 20-jährige Franzose hatte am Wochenende im Süden Spaniens mit Nachdruck auf sich aufmerksam gemacht. Der ehemalige Juniorenweltmeister hatte sich am Sonnabend überraschend die Poleposition gesichert und mischte in den ersten Runden auch kräftig in der Spitzengruppe mit. Ein Defekt am Schaltgestänge seiner Yamaha zwang ihn jedoch zwölf Runden vor Schluss, seine Maschine in der Box abzustellen.

Und wo war Valentino Rossi? Der Altmeister aus Italien musste nach einem verpatzten Qualifikationstraining von Startplatz 13 ins Rennen gehen, machte aber noch viel daraus. In der Schlussphase überholte der Yamaha-Werkspilot noch Fahrer um Fahrer und belegte am Ende einen respektablen sechsten Rang. Mehr war für den Superstar am Sonntag nicht drin. Ordentlich verkaufte sich in diesem Rennen auch der einzige Deutsche. Honda-Testfahrer Stefan Bradl, der mit einer Wildcard gestartet war, fuhr als Zehnter sogar unter die Top ten, profitierte dabei aber auch vom Missgeschick von Quartararo und einem Sturz von Ducati-Pilot Jack Miller. Damit war Bradl der beste deutsche Starter beim spanischen Grand Prix.

Marcel Schrötter vom schwäbischen Team Intact GP konnte leider die Erwartungen nicht erfüllen. Am Ende sprangen lediglich Rang 15 und damit ein WM-Punkt heraus. Lukas Tulovic, der WM-Neuling aus dem Kiefer-Team, erkämpfte Platz 19. Philipp Öttl, der noch vor einem Jahr in Jerez den Grand-Prix in der Moto3 gewonnen hatte, enttäuschte mit Rang 23 einmal mehr. Das Rennen, das nach einer Massenkarambolage in der ersten Runde neu gestartet werden musste, gewann der Italiener Lorenzo Baldassarri (Kalex), der damit auch die Führung in der WM-Gesamtwertung behauptete.

Dramatisch verlief wie immer in Jerez das Rennen der Moto3, das am Ende der Italiener Nico Antonelli für sich entschied. Chancen auf einen Sieg hatte bis kurz vor Schluss überraschend auch Jakub Kornfeil vom sächsischen Team Prüstel GP. Überraschend deshalb, weil bis Donnerstag noch nicht feststand, ob der Tscheche überhaupt starten kann. Eine Schulterverletzung vom Grand Prix in Austin (USA) machte ihn noch zu schaffen. Nach dem Okay der Rennärzte stürzte er sich dann ins Renngeschehen, fuhr mit Schmerzen und erreichte am Sonntag als Siebenter seine beste WM-Platzierung in dieser Saison. Zum Auftakt in Katar war er als Zehnter über die Ziellinie gefahren. Für Kornfeils Landsmann, den 17-jährigen Filip Salac, hängen die Trauben in der WM weiter hoch. Er war von Startplatz 28 ins Rennen gegangen, schied aber später aus.

In zwei Wochen schlägt der Grand-Prix-Zirkus beim WM-Rennen im französischen Le Mans seine Zelte auf. Vom 5. Bis 7. Juli gastieren dann die weltbesten Motorrad-Piloten zum deutschen Grand Prix auf dem Sachsenring.

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