Marquez' achter Streich

Der spanische Motorradpilot gewinnt den Grand Prix in Thailand und ist damit im Titelrennen der MotoGP-Klasse nicht mehr einzuholen. Mit 26 Jahren ist der Honda-Pilot auf Rekordjagd.

Buriram.

Marc Marquez hievte eine überdimensionale schwarze Billardkugel mit der Nummer acht in die Höhe und schrie seine Freude heraus. "Das ist meine beste Saison", sagte der 26-Jährige, nachdem er sich mit dem Sieg auf dem Chang International Circuit in Thailand vorzeitig seinen insgesamt achten WM-Titel gesichert hatte. Die jüngsten sechs holte er in der MotoGP-Klasse. Seitdem der Katalane 2013 in die Königsklasse aufstieg, konnte er nur in einem Jahr nicht den Titel einfahren.

2015 hatten Stürze dem Ausnahmetalent den Kampf um die Krone gekostet. Seine aggressive Fahrweise wurde ihm zum Verhängnis. Doch Marquez lernte daraus, holt weiterhin in den Kurven wie kein Zweiter das Maximum heraus, ist inzwischen aber auch konstant. Neun Siege, fünf zweite Plätze bei nur einem Ausfall - die Dominanz des Honda-Piloten in dieser Saison war schlicht erdrückend. Mit 98 Punkten Vorsprung reiste er nach Thailand, nun sind es bei noch vier ausstehenden Grands Prix 110 auf den zweitplatzierten Andrea Dovizioso (Ducati/Italien). "Bei so einem großen Vorsprung ist es schwer, jedes Mal diese Extramotivation herauszukitzeln. Ich habe es geschafft, weil ich unbedingt so früh wie möglich den Titel einfahren wollte", sagte Marquez.

In Thailand ließ er sich auch von einem Sturz nicht aus der Ruhe bringen. Im ersten Freien Training am Freitag war der Spanier heftig zu Boden gegangen, musste zur Kon- trolle ins Krankenhaus gebracht werden. Die Ärzte gaben Grünes Licht und Marquez fuhr von dem Abflug völlig unbeeindruckt noch am gleichen Tag beim zweiten freien Training die Bestzeit.

Am Sonntag lieferte er sich bis auf die Zielgerade ein enges Rennen mit Fabio Quartararo (Yamaha). Der 20-jährige Franzose lag lange vorn, wurde aber von Marquez in der Schlussrunde noch abgefangen. "Fabio war über die komplette Distanz unglaublich schnell, aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe gepusht und nie an die WM, sondern nur an das Rennen gedacht", sagte "MM93".

Der Spanier aus Cervera ist mit Titel Nummer acht auf Rekordjagd. Und das gilt auch für Bestmarken, die lange als uneinholbar galten, weil anders als die großen Legenden von einst im modernen Grand-Prix-Zirkus kein Pilot mehr in verschiedenen Klassen gleichzeitig antritt. Rekordweltmeister Giacomo Agostini war 29 Jahre alt, als er sich 1971 am Sachsenring seinen sechsten Königsklassen-Titel sicherte - Marquez ist drei Jahre jünger. Der Italiener führt die Rangliste mit acht Triumphen in der höchsten WM-Klasse an, dahinter folgt mit sieben Valentino Rossi - am Sonntag in Buriram Achter - und Marquez mit sechs. Klassenübergreifend kommt Agostini auf 15 WM-Titel. Eine unerreichbare Marke? Für Marquez erscheint derzeit nichts unmöglich. (mit dpa)


Punkte für PrüstelGP

Marcel Schrötter kam in der Moto2 auf Platz 14 und holte zwei Zähler. Die Rennen in Misano und Aragon hatte der Bayer noch verpasst, nachdem er Mitte September einen Bruch des rechten Schlüsselbeins erlitten hatte. Seitdem fixiert eine Platte den an vier Stellen gebrochenen Knochen. Deshalb war schon die Teilnahme am Rennen in Sonntag ein Erfolg.

Für den sächsischen Rennstall PrüstelGP fuhren in der Moto3-Klasse die Tschechen Filip Salac als Elfter und Jakub Kornfeil als Zwölfter in die Punkte. (sesi/dpa)

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