Maximilian Levy kurzfristig im EM-Team

Der Routinier kehrt eher auf die große Wettkampfbühne zurück als geplant. Ab Mittwoch startet er bei den Titelkämpfen in Apeldoorn. Zwei Chemnitzer müssen indes passen.

Cottbus.

Anfang 2018 ist Maximilian Levy bei der WM in Apeldoorn seine letzte internationale Meisterschaft gefahren, 20 Monate später kehrt der inzwischen 32-Jährige an gleicher Stelle in dieser Woche in die Bahnrad-Nationalmannschaft zurück. Bundestrainer Detlef Uibel nominierte den Cottbuser nach den Ausfällen der beiden Chemnitzer Asse Joachim Eilers und Stefan Bötticher wegen gesundheitlicher Probleme kurzfristig für die EM in den Niederlanden nach. Letztgenannter, unter anderem Titelverteidiger im Keirin, musste erst am Wochenende passen. Er plagte sich seit vorigem Montag mit Magen-Darm-Problemen herum. Der 26-Jährige konnte nicht trainieren, brach den Vorbereitungslehrgang in Frankfurt (Oder) daraufhin ab. Bis zuletzt hatte er gehofft. "Mir geht es nach wie vor nicht besonders. Das ist sehr schade, denn ich war gut drauf", meinte Stefan Bötticher am Montag.

In starker Form befindet sich Maximilian Levy, der sich nun auf die EM freut. Eigentlich wollte sich der viermalige Weltmeister erst am zweiten November-Wochenende beim Weltcup in Glasgow auf internationalem Topniveau zurückmelden und damit für die Heim-WM 2020 (Ende Februar Anfang März) in Berlin sowie für seine vierten Olympischen Spiele in Tokio in Stellung bringen. "Ich hatte die EM in Apeldoorn nicht im Kalender, da ich im Sommer die Qualifikationsrennen nicht gefahren bin. In den letzten Tagen haben sich aber die Probleme in der Mannschaft zugespitzt. Nachdem der Verband UEC meine Nachmeldung akzeptiert hat, habe ich Bundestrainer Detlef Uibel zugesagt", berichtete der Sprinter vom Chemnitzer Erdgasteam.

Nach dem Verzicht auf die EM 2018 in Glasgow und die WM 2019 in Pruszkow wird die EM für Levy eine echte Standortbestimmung. Neben der Auszeit zugunsten der Familie - im März wurden er und seine Frau Madeleine zum dritten Mal Eltern - wagte der Keirin-Europameister von 2017 auch einen Ausflug zum Langdistanz-Triathlon. Am 29. Juni absolvierte er den "Ironman" in Frankfurt (Main) in 12:21,38 Stunden, verlor dafür sieben Kilogramm an Gewicht und stellte sein Training auch auf Schwimmen und Laufen um. Inzwischen liegt der Fokus aber wieder voll auf dem Bahnsprint: "Meine ,Schnellfahrmuskeln' sind wieder zu sehen", sagt Levy augenzwinkernd über seine Oberschenkel. Auch fünf Kilogramm an Muskelmasse hat er wieder zugelegt.

Eventuell kommt der Routinier gleich zum Auftakt am Mittwoch im Teamsprint zum Einsatz. Sicher ist sein Start im Keirin - bei der WM 2017 an gleicher Stelle wurde er Dritter. In seiner "Schokoladendisziplin" konnte der Weltmeister von 2009 in den letzten Wochen bereits reichlich Selbstvertrauen tanken. Bei sechs Keirin-Starts im In- und Ausland gewann er fünfmal, darunter die direkt unterhalb des Weltcups angesiedelten C1-Rennen in Presov (Slowakei), Pruszkow (Polen) und Aigle (Schweiz). Als Notnagel fühlt er sich nicht: "Meine Zeiten und Rennen haben gestimmt. Es war zu sehen, dass ich wieder was drauf- habe", meinte Levy. Und das will er jetzt auch bei der EM beweisen.

Vom Erdgasteam starten außerdem Maximilian Dörnbach und Marc Jurczyk, bei den Verfolgern Felix Groß vom RSV Venusberg. (mit mm)

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