Mehr Trainingssprünge sollen Frenzel auf die Sprünge helfen

Bei der ersten Standortbestimmung der Saison will Olympiasieger und Weltmeister Eric Frenzel aus Geyer nachweisen, dass seine Mühen auf der Schanze Früchte tragen.

Oberwiesenthal.

Auf den ersten Blick sieht es etwas nach Aktionismus aus. Der Nordisch Kombinierte Eric Frenzel ist Olympiasieger und Weltmeister. Warum also viel ändern an der Trainingsgewichtung im Springen und Laufen? Klare Antwort: "Es war Spitz auf Knopf, dass ich das Springen bis zur WM in Seefeld hinbekommen habe. Ich muss meine Leistung auf der Schanze einfach konstanter abrufen können. Sonst wird es in Zukunft schwierig", sagt der Erzgebirger vor dem Auftakt der Sommer-Grand-Prix-Serie am Wochenende in heimischen Gefilden am Fichtelberg.

Der 30-Jährige vom SSV Geyer hat die Lehren aus dem vergangenen Winter gezogen. Mehr Trainingssprünge und weniger Sprungpausen lauten die Konsequenzen, die er und das gesamte Nationalteam gezogen haben. Nach dem obligatorischen Radlehrgang im Frühjahr auf Mallorca hieß dann auch "springen, springen und nochmals springen" das Motto während der Camps in Oberhof, Ramsau, Villach, Hinterzarten und Courchevel. "Wir haben im Springen etwas aufzuholen, müssen da wieder näher an die Weltspitze ran", erklärt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Der vergangene Winter hatte Schwächen auf der Schanze gegenüber Japans Akito Watabe, den Österreichern Franz-Josef Rehrl und Mario Seidl oder Norwegens Jungstar Jarl Magnus Riiber offengelegt. Infolge dessen büßten Weinbuchs Mannen ihre Dominanz aus der olympischen Saison ein. Große Erfolge gab es mit Frenzels Gold auf der Großschanze und im Teamsprint sowie Silber mit dem Team bei der WM in Seefeld zwar immer noch zu feiern. Doch gerade vor dem Hintergrund, dass kommende Saison keine WM und keine Winterspiele anstehen und der Gesamtweltcup das Hauptziel sein wird, gilt die Stabilität beim Springen als Voraussetzung für den Erfolg. "Und da sollte es schon mit Weltcupbeginn Ende November gut funktionieren", hat sich Eric Frenzel vorgenommen.

Wie jedes Jahr stellt die Sommer-Grand-Prix-Serie eine erste Standortbestimmung dar. Und wie zuletzt häufig haben einige Norweger, die sonst rege über die Entwicklung der Sportart mitdiskutieren, sich gegen einen Start und für Höhentraining in Salt Lake City entschieden. Die DSV-Kombinierer indes wollen diesmal sogar bis zum Finale in Planica jede Station mit ihrem besten Aufgebot bestreiten. Nur Johannes Rydzek, der Vierfachweltmeister von Lahti 2017, fällt aus. Die Ärzte diagnostizierten beim Allgäuer eine Entzündung im Mittelfuß. Um keinen Bruch zu riskieren, erhielt Rydzek drei Wochen Sprungpause und fehlt damit auf den ersten drei Stationen in Oberwiesenthal, Klingenthal und Oberhof. Weinbuch kann bei dieser "Mitteldeutschland-Tournee" mit der nationalen Gruppe zwölf Athleten einsetzen. Aus der Region sind noch Terence Weber (Geyer) und Martin Hahn sowie Jenny Nowak (beide Klingenthal) vorgesehen.

Weber allerdings erlitt in der Vorbereitung einen Handbruch, was in der Risikosportart Skispringen vor allem mental hinderlich ist. Frenzel indes freut sich auf die Weltpremiere des Mixed-Teams, die am Samstag am Fichtelberg steigt. Ob die jungen Damen 2022 eine olympische Medaillenchance erhalten, ist weiter ungewiss. Peking könnte als Gastgeber einen Antrag für einen zusätzlichen Wettbewerb beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) stellen. Aber mit einem Eric Frenzel beim Sommer-Grand-Prix zu starten, ist sicher auch schon mal ein tolles Gefühl.

Weltpremiere im Mixed-Team am Fichtelberg - Bau für festes Windsegel beginnt in Klingenthal

Für Oberwiesenthal wird es eine Jubiläumsveranstaltung. Zum zehnten Mal gastieren die Kombinierer anlässlich der Sommer-Grand-Prix-Serie am Fichtelberg.

Aufgrund der zeitlichen Nähe haben sich die austragenden Vereine vom WSC Oberwiesenthal und VSC Klingenthal für eine gemeinsame Vermarktung und Organisation der beiden Veranstaltungen entschieden.

Am Fichtelberg wird es mit dem ersten Mixed-Team-Wettbewerb in der Kombination eine Weltpremiere geben. Startberechtigt sind am Samstag maximal zwei Teams (zwei Herren, zwei Damen im Quartett) pro Nation.

Weitere Termine der Grand-PrixSerie sind am Wochenende nach Klingenthal noch Oberhof mit jeweils zwei Einzelwettbewerben für die Damen und Herren. Ebenfalls Einzel, allerdings ohne Frauenpower, stehen in Tschagguns (4. September) sowie am 7./8. September in Planica an.

Gesamtsieger der Sommerserie kann nur werden, wer die meisten Punkte (100 pro Sieg wie im Weltcup) gesammelt und an allen Stationen teilgenommen hat.

In Klingenthal nimmt die feste Installation eines Windsegels, das vom Weltskiverband FIS gefordert wird, konkrete Formen an. Vergangene Woche erhielt eine vogtländische Firma den Bauauftrag. Die Kosten betragen 2,05 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt mit knapp 1,8 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen noch die Fundamente für die Masten fertiggestellt werden.

Beim Grand-Prix-Finale (5. Oktober) und Weltcup (14./15. Dezember) der Spezialspringer soll nochmal ein temporäre Windsegel in der Vogtland-Arena zum Einsatz kommen. (tp/tm)

Zeitpläne

Oberwiesenthal

23. August, Provisorischer Wertungssprung, 17.30 Uhr: Damen, 20 Uhr: Herren

24. August, Mixed-Team, 14 Uhr: Probesprung, 15 Uhr: Wertungssprung, 19 Uhr: Skirollerlauf

25. August: Einzel, 10.30 Uhr: Probesprung Damen, 11 Uhr: Wertungssprung Damen, 11.30 Uhr: Probesprung Herren, 12.30 Uhr: Wettkampfsprung Herren, 15.30 Uhr: 4,5-km-Skirollerlauf Damen, 16.15 Uhr: 10-km-Skirollerlauf Herren

Klingenthal

27. August, 12 Uhr: Provisorischer Wettkampfsprung Damen (Vogtlandschanze), 18 Uhr: Provisorischer Wettkampfsprung Herren (Vogtland-Arena)

28. August, Einzel, Damen, 12 Uhr: Probesprung, 13 Uhr: Wettkampfsprung, 16.30 Uhr: 5-km-Skirollerlauf, Massenstart, Herren, 17 Uhr: 10-km-Skirollerlauf, 18.30 Uhr: Probesprung, 19.30 Uhr: Wertungssprung.

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