Micha Rösch übernimmt Traineramt in Altenberg

Großes Stühlerücken im sächsischen Biathlon: Am Stützpunkt im Osterzgebirge sind vier Trainer nicht mehr im Amt. Auch im deutschen Team gibt es Veränderungen.

Altenberg/Chemnitz.

Die Trainer im deutschen Biathlon erstellen derzeit in Ingolstadt eine Saisonanalyse. Personelle Veränderungen gibt es zumindest in der Cheftrainerschaft nicht. Mark Kirchner und Isidor Scheurl (Herren) sowie Kristian Mehringer und Florian Steirer (Damen) bleiben in der Verantwortung für Arnd Peiffer und Co. Vom Sportlichen Leiter, Björn Weisheit, hat sich der Deutsche Skiverband (DSV) allerdings getrennt. "Und das im Guten", wie Stefan Schwarzbach vom DSV erklärte. Der Thüringer wird durch Bernd Eisenbichler, von dem man sich neue Ideen und Impulse erhofft, ersetzt. Der Frasdorfer arbeitete zuletzt als Sportchef im US-Biathlonverband, quasi an der Seite von Trainer Michael Greis.

Beide standen sie in der olympischen Goldstaffel von Turin. Und beide sind nach ihren Karrieren nun im Trainergeschäft angekommen. Wobei Rösch die Ausbildung noch vor sich hat, ab dem 1. Mai aber bereits als Trainer am Stützpunkt in Altenberg eine Anstellung haben wird. In welcher Form, ist noch unklar: "Was genau seine Aufgabe sein wird, dazu laufen noch Gespräche. Wir wollten Micha Rösch als Zugpferd für die Nachwuchsgewinnung haben", sagte Derrick Schönfelder, Generalsekretär im Skiverband Sachsen (SVS).

Schönfelder stellte klar, dass die bisher praktizierte Struktur mit einem leitenden Stützpunkttrainer und einem Landestrainer Sachsen auf dem Prüfstand steht: "Sportlich waren wir nicht unzufrieden", sagte Schönfelder, was sich in ausgezeichneten Leistungen im Schüler-Cup auch widerspiegelte. Dass mit diesem Hintergrund Röschs Inthronisierung nicht geräuschlos vonstattenging, ist klar, zumal im Zuge dessen zwei Trainer in Altenberg blaue Briefe erhielten: So wurden die Arbeitsverhältnisse des leitenden Stützpunkttrainers Peter Bachmann sowie von Nachwuchstrainer Christoph Finze beendet. Stützpunktcoach Arne Kluge hatte bereits Ende des Jahres 2018 eine Auszeit ab Frühjahr angekündigt und möchte nun als Bio-Bauer im Osterzgebirge durchstarten. Die befristete Anstellung von Dimitri Popov, der über das Modellprojekt "Skispitze" (mehr Lauf-, weniger Schießtraining) Talente betreute, ist nun ausgelaufen.

Faktisch sind damit vier Trainer in Altenberg nicht mehr im Amt. Bachmann wollte sich gegenüber "Freie Presse" nicht zu möglichen Befindlichkeiten zwischen ihm und Rösch beziehungsweise Sportlern und deren Eltern äußern. Eine Begründung habe er in seiner Kündigung nicht gefunden, mündlich aber seitens des sächsischen Verbandes vernommen, dass Rösch nicht mit ihm in einem Team arbeiten wolle. Der 35-jährige Rösch, der im Februar seine Karriere beendet hatte, war am Dienstag nicht erreichbar. In der "Sächsischen Zeitung" hatte er jüngst erklärt, dass durch interne Querelen "zu viel Energie verschwendet" werde. Rösch: "Punktuell gibt es schon ein paar richtig gute Talente, in der Breite aber nicht." Der Leistungssport solle wieder mehr in den Fokus rücken: "Wir werden an Leistungen gemessen."

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