Mit der Frau geschultert ins Ziel

Warum ausgerechnet die Finnen neben dem Frauentragen auch andere kuriose Sportarten erfunden haben

Alle reden gegenwärtig von der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Wirklich alle? Im Nachbarland Finnland ging am Wochenende eine ganz andere Weltmeisterschaft über die Bühne: die im Frauentragen.

Die Frau geschultert und dann so schnell wie möglich durch einen Parkours mit Wassergraben und Hindernissen - so haben Pärchen am Samstag in dieser Disziplin um den Weltmeistertitel gekämpft. In diesem Jahr hatte ein Paar aus Litauen die Nase vorn: Vytautas und Neringa Kirkliauskas kamen nach gut einer Stunde Rennen vor einem finnischen und einem Schweizer Paar ins Ziel. Deutsche landeten nicht unter den Top zehn.

Die WM findet seit 1992 in Sonkajärvi statt. Zurück geht sie auf eine örtliche Legende, nach der ein Räuber Ende des 19. Jahrhunderts Frauen entführt haben soll, was damals jedoch übliche Praxis gewesen sei.

Die Frau, die nicht unbedingt die eigene sein muss, wird dabei huckepack oder kopfüber am Rücken des Läufers getragen. Zusätzlich zum schnellsten Paar werden das lustigste Pärchen, die beste Verkleidung und der stärkste Träger geehrt.

Warum ausgerechnet die Finnen auf eine solche Idee kamen? Vielleicht, weil sie noch nie an der Endrunde einer Fußball-WM teilgenommen haben. Da lässt man sich dann eben solche und andere kuriose Wettbewerbe einfallen. So gibt es auch Titelkämpfe im Handy- und im Gummistiefelweitwurf, Beerenpflücken, Matschfußball und Luftgitarrespielen. Hier muss man also nicht mit "Die Schweizer" antworten, wenn gefragt wird: "Wer hat's erfunden?"

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