Mörschel sorgt für dicke Luft in Magdeburg

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Dynamo Dresden gewinnt das Traditionsduell 1:0 (0:0), das feiern die Fans auf besondere Weise. Beim 1. FCM gerät Trainer Thomas Hoßmang immer mehr unter Druck.

Magdeburg/Dresden.

In Magdeburg brennt nach der 0:1-(0:0)-Niederlage gegen Dynamo der Baum und den Verantwortlichen eine Entscheidung in Sachen Trainer unter den Nägeln. In Dresden brennen die Fans ein Feuerwerk ab. Wie auf einem Video, das im Netz kursiert, zu sehen ist, empfingen die Anhänger am Sonnabend den Mannschaftsbus der Schwarz-Gelben mit einer Pyro-Show in der Stadt. Beim Abbrennen der Bengalos entlang der Bundesstraße 170 standen etwa 170 Ultras Spalier und auf Brücken, wahrten bei der Aktion aber den Mindestabstand.

Den heißen Empfang hatte sich die Mannschaft zuvor mit einem 1:0-Sieg im traditionsreichen Duell beim 1. FC Magdeburg verdient. Dabei glänzten die Schützlinge von Cheftrainer Markus Kauczinski zwar weniger mit technischen Kabinettstückchen oder gepflegtem Kurzpassspiel, zeigten aber kämpferische Tugenden. Zudem profitierten die Gäste von einem krassen individuellen Fehler, der ausgerechnet FCM-Kapitän Tobias Müller unterlief. In der 74. Minute senste er im Fünfmeterraum über den Ball. Heinz Mörschel, der erst in der Winterpause vom KFC Uerdingen nach Dresden gewechselt war, nutzte den Lapsus und erzielte aus Nahdistanz den Siegtreffer. Ein schönes Antrittsgeschenk des starken Neuzugangs, der zum ersten Mal in der Startelf stand. "Das war wichtig auch für die Konkurrenz, zu sehen, dass wir da sind, trotz vieler Umstellungen wieder, uns nicht unterkriegen lassen", freute sich Dynamo-Coach Markus Kauczinski. Er musste wegen Sperren (Ehlers, Mai) und Verletzungen (Becker, Hartmann, Löwe) sein Team gerade im defensiven Bereich neu formieren.

Die Magdeburger fanden jedoch kaum einmal eine Lücke in der vom neuen Abwehrchef Tim Knipping gut organisierten Hintermannschaft. Nur in der 9. Minute musste Torhüter Kevin Broll einmal abtauchen, um Sirlord Conteh zu stoppen. Die größte Chance für Dynamo hatte Mörschel (12.), der mit einem Schuss von der Strafraumgrenze an FC-Keeper Morten Behrens scheiterte. Dafür sorgte er beim FCM später für noch mehr dicke Luft.

Bei den abstiegsbedrohten Bördestädtern, die in der Offensive viel zu ideenlos und harmlos agierten, gibt es allerdings schon länger Ärger. Die Fans sind unzufrieden mit Vereins-Oberen und dem Trainer, der nach der Niederlage gegen die Sachsen mehr denn je in der Kritik steht. Auch Thomas Hoßmang selbst weiß, dass ihm langsam die Argumente für eine Weiterbeschäftigung ausgehen. "Am Ende ist es ein Ergebnissport. Um meine Person werden sicherlich dann andere entscheiden, aber ich nicht", sagte er im MDR-Fernsehen. Am Sonntag war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch keine gefallen.mit dpa

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