Nach Sturz noch nicht in vollem Tempo

Beim Chemnitzer internationalen Steherrennen haben die Lokalmatadoren Robert Retschke und Holger Ehnert den fünften Platz belegt. Für den Sieger war es ein EM-Test.

Chemnitz.

Als Robert Retschke sein Rad in die Ecke stellte, wusste er unmittelbar nach dem Rennen noch nicht, wie er das Ergebnis einordnen soll. Zusammen mit seinem Schrittmacher Holger Ehnert (57) vom gastgebenden RSV Chemnitz war er auf dem Zementoval im Sportforum beim internationalen Steherrennen auf Rang fünf eingekommen. In zwei Läufen über 30 und 40 Kilometern ermittelte die Eliteklasse am Samstag vor 1800 Zuschauern ihre Sieger beim Chemnitzer Steherpreis. Den Sieg holten sich der amtierende Europameister Franz Schiewer (Cottbus) und Schrittmacher Gerhard Gessler vor dem niederländischen Meister-Duo Reinier Honig/René Kos.

"Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Abschneiden zufrieden", so Retschkes erste Reaktion. Aber man merkte dem 38-Jährigen an, dass er doch ein wenig grübelte. "Na ja, ich hatte mir das Ziel gestellt, unter die ersten Drei zu kommen", verriet er schließlich. Das hielt Ehnert, mit dem Retschke seit 2012 erfolgreich fährt, doch für ein wenig "zu optimistisch". Der Grund: Retschke kann immer noch nicht voll trainieren. Der 38-Jährige, der von Aachen wieder nach Chemnitz zurückkehrte, hatte sich zu Ostern beim Radrennen auf dem Sachsenring nach einem Sturz die Schulter gebrochen.

Vor einigen Wochen wusste er noch nicht, zu welchem Zeitpunkt er überhaupt wieder in die Pedale treten kann. "Zudem stand erst vor wenigen Tagen fest, dass ich in Chemnitz an den Start gehe", erklärte der Routinier. Eigentlich sollte er mit dem Thüringer Continentalteam P&S Metalltechnik, für das Retschke aktuell fährt, an einem Straßenrennen in Polen teilnehmen. "Durch meine Verletzung wäre ein Straßenrennen zu früh gekommen. Da gibt es Steigungen, dort musst du aus dem Sattel gehen. Das wäre zu anstrengend für meine Schulter gewesen", schätzte er ein.

Auch in Chemnitz merkte man Retschke an, dass er über weite Strecken noch nicht volles Tempo gefahren ist. Zudem hatte er ein paar Probleme, an der Rolle des Schrittmacher-Motorrades zu bleiben. "Man merkte schon, dass Robert das volle Training auf der Straße in letzter Zeit gefehlt hat", meinte Ehnert. Auf dem Chemnitzer Zementoval hatten beide in der vergangenen Woche nur einmal trainiert.

Franz Schiewer bewies erneut in bemerkenswerter Manier, warum er derzeit das nationale und europäische Niveau bestimmt. Beide Läufe gewann der Lausitzer souverän. "Es war trotzdem über weite Strecken kein leichtes Rennen für mich. Doch ich konnte die meisten Angriffe abwehren", sagte er. Für den 28-Jährigen sei es das letzte wichtige Rennen vor der Europameisterschaft in Italien gewesen. Dort will er nach 2017 und 2018 erneut den Titel holen.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich Cheforganisator Andreas Stöß vom RSV Chemnitz. "Wir hatten ein attraktives Fahrerfeld am Start. Dazu zählten neben dem amtierenden auch der Ex-Europameister Stefan Schäfer sowie die tschechischen und französischen Meister", freute er sich.

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