Nach Übergriffen: Berliner AK fordert für Spiel in Chemnitz Sicherheitskonzept

Fußball-Regionalligist Berliner AK hat mit großer Bestürzung auf die fremdenfeindlichen Übergriffe in Chemnitz reagiert und Maßnahmen für sein Auswärtsspiel in zwei Wochen beim Chemnitzer FC gefordert. Sollten der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) nicht angemessen reagieren, erwägt der Viertligist, zu der Partie nicht anzutreten.

Der Klub sei angesichts des Spiels am 15. September "alarmiert und in größter Sorge", teilte Präsident Mehmet Ali Han auf der Webseite des Vereins mit. Man erwarte von DFB und NOFV, dass zeitnah ein "tragbares Sicherheitskonzept" für die Partie "erarbeitet und mit uns abgestimmt" werde, hieß es.

"Sollte die Sicherheit unserer Spieler, Betreuer, Fans etc. nicht gewährleistet werden, ziehen wir in Erwägung, nicht anzutreten", erklärte Mehmet Ali Han. Im Internet und den sozialen Medien seien weitere rechte Aufmärsche angekündigt worden, man müsse daher mit weiteren Straftaten rechnen. "Zu den rechten Aufmärschen sollen nach Presseberichten unter anderem auch Fangruppierungen des Chemnitzer FC aufgerufen haben", hieß es weiter.

"Wir können bestätigen, dass für die Heimspiele des Chemnitzer FC ein sehr umfangreiches, schlüssiges und mit allen Verantwortungsträgern abgestimmtes Sicherheitskonzept vorliegt", teilte der NOFV am Mittwoch mit. Das Spiel sei bisher als "bedingt störanfällig" eingestuft worden und werde mit einer Spielaufsicht besetzt. Laut der NOFV-Sicherheitsrichtlinie sei nun durch alle Beteiligten "eine Vielzahl von Maßnahmen" umzusetzen.

Der DFB erklärte auf SID-Anfrage, er habe die Vorkommnisse in Chemnitz mit Bestürzung verfolgt. "Hass und Gewalt können in keinster Weise toleriert werden, weder auf noch neben den Fußballplätzen", teilte der Verband mit und betonte: "Der NOFV steht in direktem Austausch mit den Vereinen und hat bereits Maßnahmen rund um das betreffende Spiel eingeleitet, die den Sicherheitsrichtlinien folgen." Auch zwischen NOFV und DFB habe ein informeller Austausch zur Thematik stattgefunden.

Die Ausschreitungen in der Stadt habe der Berliner AK mit Sorge und Trauer zur Kenntnis genommen. In der Innenstadt von Chemnitz sei es zu wilden Jagdszenen und Straftaten gegenüber Migranten und Geflüchteten gekommen. "Der Hass richtete sich gegen alle Menschen, die nichtdeutscher Herkunft waren. Die Stimmung ist sehr aufgeheizt und explosiv", hieß es weiter.

Der Chemnitzer FC reagierte prompt. "Ich habe mit Ali Han telefoniert. Er hat bekräftigt, dass sich die Vorwürfe nicht gegen den Chemnitzer FC richten", sagte Sportvorstand Thomas Sobotzik dem SID. "Ich habe den Vorstand des Berliner AK zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen, um die Dinge anzusprechen. Unser Ziel ist es, ein tolles Fußballfest zu erleben", so Sobotzik.

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1Kommentare
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  • 1
    1
    mathausmike
    01.09.2018

    Memet Ali Han sucht meiner Meinung nach ein Alibi,um einer Niederlage zu entgehen.
    Was haben die Ausschreitungen vom 26.8./27.8.18 mit dem Heimspiel in 2 Wochen gemeinsam?
    Die K.o.ticer,die da aufriefen,
    haben samt Ihres verbotenen Trüppchen,Stadionverbot.
    Der Berliner AK wird sicher im Chemnitzer Stadion,keine schlechtere Atmosphäre vorfinden,als in anderen Stadien!



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