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NBA-Spektakel in Berlin: Wagner-Brüder feiern Heimsieg

Zwei Berliner auf dem Court, Klopp und Nowitzki am Spielfeldrand. Beim NBA-Spiel in der Hauptstadt stehen die Wagner-Brüder im Fokus. Mit ihren Magic müssen sie einen frühen Rückstand aufholen.

Berlin.

Moritz und Franz Wagner haben ihr emotionales NBA-Heimspiel in Berlin mit einem Sieg gekrönt. Die Brüder und Nationalmannschaftskollege Tristan da Silva gewannen mit ihren Orlando Magic beim ersten regulären Saisonspiel der Liga in Deutschland 118:111 (58:67) gegen die Memphis Grizzlies. 

Nach langem Bangen, ob sie rechtzeitig fit werden würden, konnten beide deutsche Weltmeister spielen. Franz Wagner kam bei seinem Comeback nach gut einem Monat Pause auf 18 Zähler, sein Bruder in seinem zweiten Spiel nach der Rückkehr auf sieben. Da Silva gelangen acht Punkte.

"Ich kann es immer noch nicht glauben, ihr seid die Besten. Nicht nur aus Berlin, sondern aus ganz Deutschland sind Fans hier angereist. Das hier heute zu sehen, wir sind unglaublich dankbar", sagte ein emotional aufgewühlter Moritz Wagner direkt nach der Partie. Auch da Silva war von der Stimmung begeistert: "Berlin, ihr habt komplett abgerissen. Das hat mir sehr viel bedeutet hier."

Vor dem Spiel stimmten die deutschen Basketball-Legenden Dirk Nowitzki und Detlef Schrempf die 13.738 Fans in der ausverkauften Uber Arena ein. Die Fußball-Größen Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels ließen sich das Spektakel ebenso wie Fitness-Model Pamela Reif nicht entgehen.

Schrempf (l) und Nowitzki sprachen zum Publikum.
Schrempf (l) und Nowitzki sprachen zum Publikum. Bild: Soeren Stache/dpa

Franz Wagner: Lasst es richtig krachen heute

Franz Wagner sagte neben seinen deutschen Mitspielern an die Fans gerichtet: "Die letzten Tage hier waren unvergesslich, wir drei sind immer noch geflasht. Danke für die ganze Unterstützung, das wäre ohne euch nicht möglich. Eine Bitte habe ich: Lasst es richtig krachen heute."

Riesiger Jubel brandete auf als der 24-Jährige als letzter Spieler der Magic für die Starting Five vorgestellt wurde. Für den derzeit bestbezahlten deutschen Sportler gab es aber eine Einsatzzeitbegrenzung. Die lange Pause war ihm anzumerken. Sehr laut wurde es auch bei den ersten Einwechslungen von da Silva und Moritz Wagner im ersten Viertel.

Moritz Wagner (r) wurde im ersten Viertel eingewechselt.
Moritz Wagner (r) wurde im ersten Viertel eingewechselt. Bild: Andreas Gora/dpa

Die Grizzlies, die ohne ihren Star Ja Morant antraten, erwischten den besseren Start und zogen deutlich auf 39:23 davon. Die deutschen Nationalspieler fanden in den ersten zwölf Minuten nicht in die Partie und trafen keinen ihrer sechs Würfe.

Der zweite Abschnitt begann mit beiden Wagners auf dem Feld. Der jüngere Bruder traf nach knapp einer Minute erstmals. Kurz darauf verwandelte Moritz Wagner einen Dreier. Mit einem Alley-Oop verkürzte da Silva auf 45:55.

Nach der Halbzeit zogen die Magic vorbei. Moritz Wagner sorgte mit einem Hakenwurf für einen Sieben-Punkte-Vorsprung und zog im nächsten Angriff ein Offensivfoul der Grizzlies. Es blieb aber bis zum Ende knapp. Franz Wagner glich zweimal für sein Team aus und sorgte dann für das 114:109. Es gab "MVP"-Rufe von den Rängen.

Hummels und Müller am Spielfeldrand

Klopp hatte sich vor dem Spiel angeregt mit Moritz Wagner unterhalten. "Basketball an sich ist schon cool, Basketball in Deutschland ist extrem cool. Die Wagner-Brüder, das ist Wahnsinn", sagte er bei Prime Video. Die Ex-Weltmeister Hummels und Müller saßen direkt am Spielfeldrand und natürlich durften auch die Eltern der Wagners nicht fehlen.

Jürgen Klopp (r) unterhielt sich mit Rückkehrer Moritz Wagner.
Jürgen Klopp (r) unterhielt sich mit Rückkehrer Moritz Wagner. Bild: Andreas Gora/dpa

Um das Spiel kam die Show nicht zu kurz. Sängerin Melody Thornton performte die US-Hymne, für die es deutlich vernehmbare Pfiffe aber auch viel Jubel gab. In der Halbzeit trat der deutsche Rapper Luciano auf.

Die Wagners standen in ihrer Geburtsstadt natürlich schon die ganze Woche im Fokus. Schnitzelessen im Nobel-Restaurant Borchardt, Geschichts-Exkurs am Brandenburger Tor und ein Berliner Döner: Die Brüder aus dem Prenzlauer Berg gaben sich Mühe, ihren Teamkollegen die Stadt und das Land näherzubringen. 

Lange Schlangen für die Wagners

Ein NBA-Heimspiel für zwei deutsche Brüder - ein Novum. "Wir gucken uns die ganze Zeit an, weil das schon sehr surreal ist für uns, dass sich hier der Kreis schließt", sagte Moritz Wagner. Bei einem Meet & Greet in einem Basketball-Laden hatten die Fans am Mittwoch trotz des ungemütlichen Winterwetters in Berlin in einer langen Schlange auf der Straße gestanden. Auch bei den Terminen mit jungen Basketball-Talenten von Alba und Kindern aus Berlin waren strahlende Gesichter zu sehen.

Frühere Nationalspieler beim Basketball: Hummels (r) und Müller.
Frühere Nationalspieler beim Basketball: Hummels (r) und Müller. Bild: Andreas Gora/dpa

Insgesamt versuchte die Liga mit ihrem riesigen Promo-Tross einiges, um neue Anhänger zu gewinnen. 450.000 Menschen hatten sich nach dpa-Informationen registriert, um ein Ticket für die Spiele in Berlin (15. Januar) und London (18. Januar) zu kaufen. 

Das Spiel und die Festivitäten drumherum können auch als Testlauf für den geplanten Europa-Ableger der NBA dienen. 2028 kehrt die Liga auf jeden Fall für ein weiteres Saisonspiel in die deutsche Hauptstadt zurück, womöglich spielt dann schon ein Berliner Club in der NBA Europe. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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