Neulinge überzeugen in junger Mannschaft auf Anhieb

Der Chemnitzer AC hat in der Gewichtheber- Bundesliga gegen den Deutschen Meister SSV Samswegen seinen Heimkampf verloren. Lichtblicke gab es dennoch.

Chemnitz.

Obwohl vorher ziemlich klar war, dass in diesem ungleichen Bundesligaduell gegen den amtierenden Deutschen Meister nichts zu holen ist, wirkte sich dieser Fakt keineswegs negativ auf die Motivation der Heber des Chemnitzer AC (CAC) aus. "Ich habe mir gesagt, ich will mein Ding machen. Es zählt meine persönliche Leistung. Und das habe ich ja auch ganz gut hingekriegt", meinte beispielsweise Raphael Friedrich nach der klaren Niederlage gegen den SSV Samswegen (626,8:850,8). Der Kontrahent war mit fünf international erfahrenen Auswahlakteuren angetreten und unterstrich damit seine erneuten Titelambitionen. Hingegen fehlten bei den Sachsen dieses Mal die Gaststarter aus Lettland, sodass sich wohl das bisher jüngste Team dem Heimpublikum präsentierte.

Raphael Friedrich bestritt dabei seinen ersten Heimkampf für den CAC. Auf Anhieb avancierte er dabei mit 126,8 Zählern zum punktbesten Akteur. "Es hat vor dieser tollen Kulisse bei mir funktioniert", resümierte der 18-Jährige, der bislang im Athletenteam Vogtland eine wichtige Stütze war. Doch da es in dieser Saison nur noch eine Staffel mit neun Mannschaften in der höchsten deutschen Liga gibt, blieb der CAC als einziges sächsisches Team übrig. Sein Wechsel wie auch der von Hagen Janta aus Meißen war deshalb folgerichtig. Das Einzelstartrecht besitzt er weiterhin für die TSG Rodewisch, bei der er einst unter den Fittichen von Trainer Arne Hartenberger die Grundlagen erlernte und sich in die nationale Nachwuchsspitze vorkämpfte. Für seinen Heimatverein sorgte er zudem für ein Novum, als er bei der Jugend-EM 2017 die erste internationale Medaille erkämpfte. Zwei weitere folgten 2018.

Beim kontinentalen Championat der Junioren Mitte Oktober gelang ihm dann als einer der Jüngsten mit Platz sechs ein Supereinstand. Bei dieser wichtigen Bewährungsprobe steigerte er seine Bestleistungen um außergewöhnliche zwölf Kilogramm, im Vergleich zu 2018 um insgesamt 27 kg. Dem Jubelsprung auf der Bühne folgte wenig später eine Topnachricht für ihn. "Ich wurde daraufhin gleich für die Junioren-WM im März nominiert", erzählte Raphael Friedrich. Voraussichtlich wird er sogar als einziger deutscher Akteur daran teilnehmen. Im Frühjahr 2020 stehen für ihn zudem die Abiturprüfungen am Sportgymnasium an. Am Bundesstützpunkt in Chemnitz trainiert der mehrfache Deutsche Meister im Nachwuchsbereich seit 2104, zunächst bei Hartmut Keitel, inzwischen bei Petr Hruby. Zu dieser Gruppe gehören mit Julian Pianski und Kapitän Kurt Perthel zwei weitere Gefährten aus dem Bundesligateam. Letztgenannter hatte bei der U-23-EM nach einer Steigerung um 15 kg mit zweimal Bronze seine ersten internationalen Podestplätze erkämpft. Derzeit absolviert er einen obligatorischen Bundeswehrlehrgang, plagt sich mit ein paar kleinen Verletzungen herum. Dennoch steuerte er zuverlässig ein solides Ergebnis bei.

Ein starkes Debüt in der ersten Mannschaft feierte zudem die erst 15-jährige Leonie Mercedes Martin. Trotz großer Aufregung gelangen ihr sechs gültige Versuche. "Es war für mich etwas ganz anderes als bisher. Vor so vielen Zuschauern habe ich noch nie gehoben. Ich bin happy", strahlte die Schülerin, der nach verletzungsbedingten Pausen oft das Selbstvertrauen gefehlt hat. Denn die einstige Turnerin gehört zu den größten Chemnitzer Hoffnungen, bestimmt das nationale Niveau in ihren Altersklassen. Bereits als 13-Jährige nahm sie an der U-15-EM teil und erreichte einen starken fünften Platz.

CAC: Friedrich 126,8 Relativpunkte (R.: 135 kg, St.: 165); Pianski 124 (140; 175); Perthel 118 (140; 175); Janta 107 (110; 140); Pichler 76 (85; 115); Leonie Mercedes Martin 75 (61; 80).

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...