Newey: Druck macht Vettel zu schaffen - Vorteil Hamilton

Der Druck im Endspurt der Formel-1-WM ist für Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (31) ein großes Problem. Das glaubt sein langjähriger Wegbegleiter Adrian Newey (59), Chef-Designer bei Vettels früherem Rennstall Red Bull.

Es gebe Fahrer, "die gerade am Ende einer Saison, wenn es um die WM geht, den Druck zu spüren beginnen, der auf ihnen lastet", sagte Newey im Gespräch mit der Bild am Sonntag: "Je härter ein Fahrer arbeitet, und zu denen gehört Sebastian auch, desto mehr spürt er auch den Druck."

Für WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes könne das ein Vorteil sein. "Das scheint so zu sein", sagte Newey: "Als er jünger war, sind auch ihm Fehler passiert. Jetzt hat er offenbar einen Weg gefunden, der ihn mit dem Druck besser zurechtkommen lässt."

Newey ist seit mehr als 30 Jahren im Rennsport tätig, seit Anfang der 90er-Jahre entwirft er Formel-1-Autos. Vom heute 59-Jährigen designte Autos gewannen zehn Fahrer- und zehn Konstrukteursweltmeisterschaften. Auch die Red-Bull-Boliden, mit denen Vettel von 2010 bis 2013 alle Titel holte, stammen aus Neweys Feder. Bis heute sind die beiden befreundet.

Vettel arbeite "unglaublich hart, manchmal schon zu verbissen", sagte Newey: "Kaum jemand ist selbstkritischer als er. Wenn er eine Schwäche hat, dann dass er manchmal dumme Fehler macht, die in der Hitze des Gefechts passieren. Wenn er führt, ist er nahezu unschlagbar. Aber in direkten Duellen passieren ihm manchmal Ausrutscher."

Eine große Stärke verbinde den Heppenheimer indes mit Formel-1-Legende Ayrton Senna. Nur der Deutsche habe ein ähnliches "Interesse an Design und Aerodynamik des Autos. Bei Ayrton und Sebastian ist es ihre Neugier gewesen, alle Dinge an ihrem Auto zu verstehen."

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