Nur vor dem Tor Mittelmaß

RB Leipzig hat die Tabellenführung verteidigt. Das 2:1 gegen Hertha BSC war nicht schön, aber verdient. Langsam sind auch die Neuzugänge ein Faktor.

Leipzig.

Sechs Siege, ein Unentschieden - das ist bislang wettbewerbsübergreifend die Bilanz von RB Leipzig in dieser Saison. Und das, obwohl die Roten Bullen noch immer schlampig mit ihren Chancen umgehen. Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik. RB-Spieler haben in der Bundesliga bislang 136-mal auf das Tor geschossen. Zwölfmal landete das Leder auch im Netz. Das macht eine Chancenverwertung von 8,8 Prozent - nur Mittelmaß in der Bundesliga. Und so sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:1 (1:1)-Sieg einen Satz, den er schon häufiger in ähnlicher nach Spielen gesagt hat: "Wir müssen drei, vier Tore mehr machen."

Die Partie vor 999 Zuschauern begann wild. Neuzugang Justin Kluivert (7.) hätte bei seinem Startelfdebüt früh die Führung erzielen können, vergab aber die erste gute Möglichkeit. Die anschließende Ecke wurde zu einem sehenswerten Konter für Hertha BSC, Jhon Cordoba (8.) schloss diesen zur Gäste-Führung ab. Wenige Minuten später bekamen die Berliner nach einem Freistoß den Ball nicht geklärt, Dayot Upamecano (10.) tankte sich durch die Hertha-Abwehr und knallte den Ball mit viel Wucht unter die Latte - Ausgleich. In der zweiten Hälfte dominierte RB, erzielte gegen aggressiv verteidigende Berliner den Siegtreffer per Strafstoß. Marcel Sabitzer (77.) verwandelte sicher.

Für viele Aufregung sorgt Schiedsrichter Tobias Stieler. Der hatte den Hertha-Spieler Deyovaisio Zeefuik nur vier Minuten nach dessen Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Während die zweite Gelbe Karte eine relativ unstrittige Entscheidung war, hätte das erste Foul nicht zwingend mit einer Verwarnung geahndet werden müssen. "Das ist eine klare Fehlentscheidung, die unser komplettes Spiel über den Haufen geworfen hat", sagte Hertha-Torwart Alexander Schwolow beim Fernsehsender Sky.

"Eine Gelb-Rote Karte ist nicht immer ein Vorteil, man gewinnt dann nicht automatisch", sagte Nagelsmann. "Wir haben es gut gespielt, waren die überlegene Mannschaft und haben verdient gewonnen. Natürlich hat uns der Elfmeter geholfen, das war eine sehr gute Aktion von Willi Orban." Der Verteidiger hatte sich in der Offensive eingeschaltet und war im Strafraum zu Fall gebracht worden - was zum am Ende entscheidenden Elfmeter führte.

Mit Alexander Sörloth, Kluivert und Benjamin Henrichs standen drei Neuzugänge in der Startelf. Während Henrichs eine gute Partie machte, war Sörloth und Kluivert gelegentlich noch anzumerken, dass sie das flexible Positionsspiel von RB noch nicht verinnerlicht haben. RB wird seine Neuzugänge auch weiter einbauen müssen, da noch zahlreiche englische Wochen anstehen. Diesmal sogar wortwörtlich: Am Mittwoch spielen die Leipziger in der Champions League bei Manchester United.

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