Ist sauer auf die Bahn: DOSB-Vorstandschef Otto Fricke. (Archivbild)
Ist sauer auf die Bahn: DOSB-Vorstandschef Otto Fricke. (Archivbild) Bild: Andreas Arnold/dpa
Sport-Mix
Olympia-Team sauer auf Bahn-Kampagne: "Nicht die feine Art"

DOSB-Boss Otto Fricke ärgert sich: Die Bahn wirbt mit Olympia-Gold, doch der Sport hat davon anscheinend wenig. Der Konzern kontert.

Cortina d'Ampezzo.

Eine Werbekampagne der Deutschen Bahn zu den Winterspielen hat die Spitze des deutschen Olympia-Teams mächtig verärgert. Das Vorgehen des Unternehmens mit dem Angebot einer Aktions-Bahncard für Freifahrten im Falle deutscher Goldmedaillen bezeichnet DOSB-Vorstandschef Otto Fricke als "nicht die feine Art". Der Spitzenfunktionär des Deutschen Olympischen Sportbunds moniert, dass Einnahmen aus der Aktion nicht in den Sport fließen würden. "Dass das ein Staatsunternehmen macht, das ist schofelig", sagte Fricke. Die Bahn wies die Kritik zurück.

Vor Beginn der Winterspiele in Italien hatte die Bahn eine sogenannte "Probe Bahncard Gold" ab einem Preis von 19,90 Euro zum Kauf angeboten. Wenn deutsche Sportlerinnen und Sportler Goldmedaillen bei den laufenden Olympia-Wettbewerben gewinnen, können Besitzer dieser Bahncard am jeweils nächsten Tag alle Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn deutschlandweit kostenlos nutzen, wie das Unternehmen mitgeteilt hatte.

DOSB-Vorstandschef sieht Trittbrettfahrer-Werbung

Fricke, der vor seinem Wechsel zum DOSB haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion war, kritisierte die Kampagne als "Ambush Marketing", sinngemäß also eine Trittbrettfahrer-Werbung der Bahn. Der DOSB habe sich bereits schriftlich bei dem Konzern beschwert, aber keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Der Vorstandschef betonte, es brauche finanzielle Hilfe, damit der deutsche Sport sich bei Olympia gut präsentieren könne.

Fricke hofft daher weiter auf ein Entgegenkommen der Bahn. Diese könne auch gern in den Breitensport investieren. "Wo, das kann sich die Bahn ja überlegen", sagte der 60-Jährige. 

Olympia-Legenden in TV-Spot

Die Bahn ließ auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wissen, das Unternehmen habe "größten Respekt vor allen sportlichen Spitzenleistungen bei den Winterspielen 2026". Darum sei die besondere Bahncard vom 16. Januar bis 5. Februar zum Kauf angeboten worden. "Wir können die in diesem Zusammenhang geäußerte Kritik daher nicht nachvollziehen", teilte ein Sprecher mit.

Im Rahmen der Werbekampagne waren laut Bahn auch eine Reihe deutscher Wintersport-Legenden in einem TV-Spot aufgetreten. Darunter waren die Olympiasieger Kati Wilhelm (Biathlon), Viktoria Rebensburg, Markus Wasmeier (beide Ski alpin), Sven Hannawald (Skispringen) und André Lange (Bob) sowie Paralympics-Idol Gerd Schönfelder. (dpa)

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