Pechvogel Bretschneider nach Operation neu motiviert

Andreas Bretschneider verletzt sich vor dem Start an der Achillessehne

Leipzig/Chemnitz.

Der Schock saß zunächst tief, als er am Sonnabendnachmittag während des Einturnens plötzlich ungewollt auf der Bodenmatte lag: Andreas Bretschneider wusste sofort Bescheid, als er zum Doppel-Tsukahara ansetzte und einen starken Schmerz im linken Fuß spürte: Die Achillessehne war gerissen. Unmittelbar danach bestätigte Mannschaftsarzt Hans- Peter Boschert die bittere Diagnose. Die Titelkämpfen waren für den Chemnitzer Auswahlakteur noch vor dem ersten Aufruf beendet, die geplante WM kein Thema mehr.

Er humpelte erst einmal in den Außenbereich, um wenig später sofort einiges in die Wege zu leiten. "Kann ich heute noch operiert werden?", fragte er den Chemnitzer Arzt Dr. Jörg Leibiger, der als Zuschauer in der Halle weilte und sofort herbeigeeilt war. Dieser konnte kurzfristig alles abklären, wobei im Klinikum glücklicherweise gerade Dr. Rüdiger Ramm im Dienst war. Er hatte schon im März 2015, als "Breti" das gleiche Missgeschick im rechten Fuß passierte, den Eingriff vorgenommen. Noch am Abend fand die OP statt.

"Mir geht es sowie ganz gut. Der Arzt meinte, es war wieder ein glatter Abriss, der sich gut nähen ließ", berichtete Andreas Bretschneider am Sonntag gegenüber "Freie Presse" und fügte hinzu: "Nun hoffe ich, dass alles ähnlich gut und schnell heilt." Seinen Erfahrungen vom ersten Mal, als er nach intensiven Reha-Maßnahmen bereits nach sechs Monaten wieder einen Wettkampf bestritt, möchte er nutzen, um so schnell wie möglich zurückkehren. Ein Aufgeben ist für den unverwüstlichen Kämpfer kein Thema. Im Gegenteil, er gewann der Sache sogar auch etwas Positives ab. "Es klingt vielleicht jetzt komisch. Aber ich habe schon so lange Beschwerden mit dieser Achillessehne. Wenn alles gut klappt, ist der Fuß dann danach wie der rechte viel besser funktionsfähig", ist sich der Reckspezialist sicher. So hält er voll an seinen ehrgeizigen Zielen fest: Teilnahme an der Heim-WM im Oktober 2019 in Stuttgart - und natürlich ein Olympiastart in Tokio 2020. (mm)

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