Pettersson wird zum Derby-Held: Magdeburg gewinnt in Leipzig

Magdeburg gewinnt den Klassiker in Leipzig und rückt die Machtverhältnisse im Osten zurecht. Wenige Sekunden vor Schluss wird ein Schwede in dem umkämpften Derby zum Helden.

Leipzig (dpa) - Der SC Magdeburg ist wieder die Nummer eins im Handball-Osten. In einem nicht immer hochklassigen, aber stets hart umkämpften Derby setzte sich der SCM 26:25 (12:11) beim SC DHfK Leipzig durch und zog in der Handball-Bundesliga an dem Rivalen vorbei. Dank der Patzer der Konkurrenz mischt Magdeburg im Kampf um die Champions-League-Plätze nach dem fünften Derby-Sieg in Serie wieder kräftig mit.

«Zum Schluss sind es Kleinigkeiten, die es entscheiden. Heute waren wir die Glücklicheren, aber man erarbeitet sich das auch alles», sagte SCM-Coach Bennet Wiegert und gab zu: «Derby ist nicht immer schön, aber umkämpft.» DHfK-Coach André Haber meinte: «Ich glaube wir haben in der zweiten Halbzeit gut dagegengehalten. Dass es am Ende so ausgeht ist tragisch. Das tut maximal weh wegen der Art und Weise.»

Vor 6120 Zuschauern in der ausverkauften Arena waren der SCM-Außen Daniel Pettersson der Held des Derbys. Zwei Sekunden vor Schluss warf der Schwede den umjubelten Siegtreffer und war zudem mit neun Toren bester SCM-Werfer. In der Offensive des SC DHfK ragte Philipp Weber mit sechs Toren heraus.

Kurz vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November lief der SC DHfK in einem Sonder-Dress auf. Auf der Seite der Trikots stand unter der Leipziger Stadt-Silhouette der an das Wende-Motto «Wir sind ein Volk» angelehnte Spruch «Wir sind ein Team». Und gegen den SCM war Leipzig unter den Augen von Bundestrainer Christian Prokop zunächst auch das bessere Team, ließ aber in dem zerfahrenen Spiel zu viele Würfe liegen.

Die Abwehr des SC DHfK schaffte es sogar, SCM-Star Michael Damgaard aus dem Spiel zu nehmen. Dem dänischen Olympiasieger gelang in der ersten Halbzeit kein einziger Treffer. Dennoch ging der SCM mit einer Führung in die Pause, was der frühere Europapokalsieger seinen starken Außen und den Fehlern im Leipziger Spiel zu verdanken hatte.

Leipzig steckte nicht zurück, biss sich richtig rein in das Derby und wollte die erste Heim-Niederlage der Saison unbedingt verhindern. Webers Tor in der 57. Minuten brachte die Gastgeber sogar erstmals mit zwei Toren in Führung. Leipzig hatte 30 Sekunden vor Schluss sogar Ballbesitz, doch Rechtsaußen Patrick Wiesmach scheiterte mit seinem Versuch.

SCM-Trainer Bennet Wiegert nahm 14 Sekunden vor dem Ende seine letzten Auszeit. Der SCM-Plan ging auf, über Damgaard landete der Ball bei Pettersson, der DHfK-Torwart Joel Birlehm bezwang. Für Magdeburg war der Sieg letztlich glücklich, aber aufgrund der größeren Cleverness nicht unverdient.

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