Philip Kudzik überrascht sich selbst

Der Chemnitzer AC landete in der Gewichtheber-Bundesliga gegen den AC Meißen einen klaren Sieg. Doch es ging um mehr als den erhofften Erfolg.

Chemnitz.

Wie schon zum Auftakt gegen Eibau war es ihm erneut vorbehalten, für den krönenden Abschluss zu sorgen. Und Philip Kudzik meisterte im Stoßen mit 175 Kilogramm auch seinen sechsten Versuch mit Bravour. Mit einer Zweikampfleistung von 329 kg, mit der er auf 141 Relativzähler kam, avancierte er wiederum zum punktbesten Akteur des Abends. Somit hatte er maßgeblichen Anteil am souveränen Sieg (654,2:301) seines Chemnitzer AC in der Gewichtheber-Bundesliga gegen den AC Meißen. Die Gäste traten jedoch kurzfristig ersatzgeschwächt an, ein Starter verletzte sich zudem noch während des Wettkampfes.

Philip Kudzik indes nahm den Rückweg nach Frankfurt (Oder) gut gelaunt in Angriff. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft. Da bin ich selbst überrascht, denn ich hatte ein paar Wehwehchen in der Vorbereitung. Aber schon beim Aufwärmen merkte ich, das könnte klappen", berichtet der 25-Jährige. Bereits die sechste Saison gehört er zu den Stützen im Chemnitzer Team, in dem er sich sehr wohlfühlt. Sonst würde er kaum zusätzlich noch dieses sportliche Pensum bewältigen. Denn das Gewichtheben besitzt nicht mehr die Priorität in seinem Leben wie in jungen Jahren. Als hoffnungsvoller Nachwuchsakteur feierte er 2013 als dreifacher Europameister bei den Junioren wertvolle internationale Erfolge.

Doch als es später aus den unterschiedlichsten Gründen leistungsmäßig nicht wie erhofft weiterging, er auch keinen Kaderstatus mehr erhielt, orientierte er sich um. Er begann ein Studium für Wirtschaftsingenieurwesen, fuhr auch am Sonnabend im Anschluss an eine Vorlesung direkt nach Chemnitz. Dieses will er nun im nächsten Sommer mit dem Bachelor abschließen. Zudem suchte er sich einen Nebenjob, um finanziell über die Runden zu kommen. Sein Training an den Hanteln gestaltet er inzwischen fünfmal pro Woche nach seinen Vorstellungen, basierend auf eigenen Erfahrungen. Das funktioniert bestens.

Beruflich völlig verändern wird sich Philip Kudzik 2019. "Ich habe mich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Schon während der Zeit in der Sportfördergruppe habe ich gemerkt, dass mich da einige Dinge sehr interessieren, ich zudem gern an Grenzen gehe. Arbeit nur im Büro kann ich mir nicht vorstellen", meint der Brandenburger. Dabei hofft er, dass es weiterhin Möglichkeiten gibt, Eisen zu stemmen und er den CAC unterstützen kann. Zufrieden zeigte er sich mit seinen Leistungen auch mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften, die in zwei Wochen in Roding stattfinden. Er ist optimistisch, dass er für eine mögliche Spitzenplatzierung noch ein paar Kilo draufpacken kann. Ähnliche Ambitionen hegen auch Kurt Perthel, der trotz Bundeswehrlehrgang nichts anbrennen ließ, und Christoph Pichler, der sich so stark wie seit 2014 nicht mehr präsentierte.

CAC: Kudzik 141 Punkte (R.: 145; St.: 175); Perthel 131,2 (142; 175); Picheler 121 (107; 132); Kathleen Schöppe 100 (86; 100); Wetzel 88 (118; 140); Weißbeck 73 (90; 110).

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...