Plötzlich Siegfahrerin: Rodlerin Taubitz gewinnt Weltcup in Altenberg

Die ganze Erfolgslast im Rodeln der deutschen Frauen lastet plötzlich auf der 23-jährigen Oberwiesenthalerin. Auch wenn Cheftrainer Loch keinen Druck ausüben möchte.

Altenberg (dpa) - Den Druck lächelt sie charmant weg. Und mit jedem Weltcupsieg steigt bei Julia Taubitz das Selbstbewusstsein. Nun fuhr sie beim Heim-Weltcup in Altenberg ihren dritten Saisonsieg ein. «Insgesamt bin ich zufrieden, auch wenn noch kleine Fehler drin waren», sagte die 23-jährige aus Oberwiesenthal. Nach zwei Läufen bezwang sie am Sonntag die im Weltcup führende Russin Tatjana Iwanowa mit 0,172 Sekunden Vorsprung. Dritte wurde die Italienerin Andrea Voetter. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die Winterbergerin Cheyenne Rosenthal und die Altenbergerin Jessica Tiebel landeten auf den Plätzen zehn bis zwölf.

Nach dem Fehlen der Erfolgsfahrerinnen Natalie Geisenberger, Dajana Eitberger (beide schwanger) und Tatjana Hüfner (Karriereende) lastete plötzlich der ganze Erfolgsdruck des neuformierten Frauenteams auf das sächsische Leichtgewicht. «Plötzlich haben mich gleich alle drei Damen verlassen, ab und zu fehlen sie mir schon. Immerhin konnte ich mir auch immer einige Tipps holen», sagte Taubitz und fügte an: «Medial ist der Druck schon gestiegen, ich versuche, es aber nicht so an mich heranzulassen.»

Auf der Bahn im Kohlgrund fühlt sie sich pudelwohl, auch wenn sie lieber die schnellen Pisten wie in Whistler favorisiert. In Altenberg erlernte sie im Alter von acht Jahren das Rodel-ABC. «Ich kenne hier jeden Quadratmeter, alles kommt mir vertraut vor. Doch der Druck hier vor der Familie und den Freuden ist besonders groß, umso mehr freue ich mich über den Sieg hier», sagte Taubitz, die seit zwei Jahren in Oberhof trainiert.

Ihr Saisonziel hat sie neben einer WM-Medaille klar angepeilt: Sie will die Führung im Gesamtweltcup zurückerobern und diese dann auch verteidigen. Mit ihrem Weltcupsieg in Altenberg kam Taubitz bis an zwei Zähler an die Russin Iwanowa heran. Die Kristallkugel im Gesamtweltcup ging in den vergangenen 21 Jahren immer an eine deutsche Rodlerin. «Keiner ist mir böse, wenn ich nur Zweite werde. Aber ich werde alles versuchen, damit die Serie nicht reißt», sagte Taubitz nach ihrem insgesamt fünften Weltcupsieg.

Cheftrainer Norbert Loch betonte: «Den Druck, vorneweg zu marschieren hat sie nicht. Dennoch macht sie ihre Sache sehr gut, sie hat im Vergleich zu ihren noch jüngeren Teamkolleginnen ja auch schon eine Portion Erfahrung.»

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