Pokalpleite und Verletzungspech: Chem-Cats starten mit Sorgen

Für die Chemnitzer Basketballerinnen steht morgen die erste Bundesligapartie an. Trainerin Amanda Davidson kann in dieser Saison nur auf eine Stammspielerin der vergangenen Spielzeit setzen. Doch diese fällt zum Start erst einmal aus.

Chemnitz.

Neue Saison, neue Gesichter: Für die Trainerin der Chem-Cats, Amanda Davidson, ist das nicht ungewohnt. Vor der morgen startenden Bundesligasaison könnte der Umbruch beim Basketball-Bundesligisten aus Chemnitz jedoch größer nicht sein. Nur zwei Spielerinnen aus der vergangenen Saison stehen im Kader der Katzen: Lucile Peroche und Elea Gaba. Während die 17 Jahre alte, frischgebackene U-18-Europameisterin Elea Gaba nun in ihrer zweiten Bundesligasaison weiter Erfahrung sammeln muss, geht die nur drei Jahre ältere Lucile Peroche bereits in ihre fünfte Spielzeit in der Eliteklasse.

"Sie ist jung, aber erfahren. Sie kennt die Liga und die Spielzüge in unserer Offensive", erklärt Amanda Davidson, warum die Flügelspielerin gerade in dem komplett neu formierten Team wichtig ist. Davidson und Peroche standen noch eine Saison gemeinsam für die Chem-Cats auf dem Parkett. Nun ist Peroche die einzige Spielerin, die alle drei Jahre unter der Cheftrainerin Davidson erlebt hat. "Für mich bedeutete ihr Wechsel an die Seitenlinie kaum einen Unterschied. In meiner ersten Saison war sie bereits Führungsspielerin, zu der man aufgeschaut hat", sagt Peroche.

Die Dresdnerin ist das perfekte Vorbild für all die Talente in der Nachwuchsabteilung des Clubs. Seit acht Jahren trägt sie das Trikot der Katzen, machte am Chemnitzer Sportgymnasium ihr Abitur und studiert inzwischen Mathematik an der TU Chemnitz. Für die Chem-Cats, die schon so manche begabte Spielerin verloren, die sich auf ihre berufliche Zukunft konzentrieren wollte, ist sie Gold wert. "Sie arbeitet extrem hart daran, sich zu verbessern. Deswegen bin ich mir auch sicher, dass sie die nächsten Schritte gehen wird", schwärmt Davidson von ihrer dienstältesten Spielerin.

Peroche formuliert ihre persönlichen Ziele für die neue Saison so: "Ich will aktiver sein und mehr Verantwortung übernehmen." Besonders in der Offensive fehlten der Flügelspielerin hin und wieder der Mut und das Vertrauen in die eigene Qualität. Die 88 Punkte aus der vergangenen Saison sind angesichts ihres Potenzials durchaus ausbaufähig. Doch die Ambitionen des Eigengewächses erhielten einen derben Rückschlag. Vor dem Pokalspiel vergangene Woche knickte sie um, musste verletzungsbedingt passen. Prompt setzte es eine Niederlage gegen Ligakonkurrent BG Göttingen. Bei einer über weite Strecken ansprechenden Leistung brach das Team im dritten Viertel komplett ein und gab den Einzug in die dritte Runde leichtfertig aus der Hand.

Auch beim Auftaktwochenende der Bundesliga in Keltern mit dem ersten Punktspiel morgen gegen Herne wird Peroche nicht für die Katzen auflaufen können. "Wir haben ein sehr junges Team, das viele Fehler machen wird", weiß auch Davidson. "Was ich aber versichern kann: Diese Mannschaft wird kämpfen." Die 35-jährige US-Amerikanerin will trotz der Verletzungssorgen und der Pokalniederlage in der Bundesliga den sechsten Platz erreichen, um nicht nur in die Playoffs einzuziehen, sondern dort anders als in der Vorsaison nicht gleich gegen einen Meisterschaftsfavoriten antreten zu müssen.

Davidson kann nicht verbergen, dass sie gern einige Leistungsträgerinnen gehalten hätte. Während beispielsweise Topscorerin Abigail Asoro nach Höherem strebte, muss Aufbauspielerin Margot Vidal-Geneve aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten. Die Französin ging zurück in ihre Heimat, spielt nun für Zweitligist Nizza. Wie gut ihre Nachfolgerinnen in Chemnitz sind, wird man wohl erst nach einigen Spieltagen bewerten können.


Aufgebot und Termine der Chem-Cats 

Kader: Anabel Neuber-Valdez (17 Jahre), Anastacia Owens (22), Camilla Grönberg (24), Andrea Andelova (24), Veera Pirttinen (21), Lucile Peroche (20), Jasmine Smith (24), Klara Brichacova (23), Elea Gaba (17), Svantje Buschbeck (17), Maya Hood (27).

Trainerin: Amanda Davidson (35).

Neuzugänge: Anabel Neuber-Valdez, Svantje Buschbeck (beide eigener Nachwuchs), Anastacia Owens (University of Cincinnati), Camilla Grönberg (Bad Homburg), Andrea Andelova (BLK Prag), Veera Pirttinen (BC Nokia), Jasmine Smith (Halle), Klara Brichacova (Southern Methodist University), Maya Hood (Un. of San Diego).

Heimspiele: 29.9. - Herner TC (13 Uhr/alle Partien des 1. Spieltages werden in Keltern ausgetragen), 14.10. - BG Göttingen (16 Uhr), 24.10. - Saarlouis Royals (19 Uhr), 28.10. - Stars Keltern (16 Uhr), 25.11. - Fireballs Bad Aibling (16 Uhr), 16.12. - BC Marburg (16 Uhr), 13.1. - Eintracht Braunschweig (17 Uhr), 3.2. - Eisvögel Freiburg (16 Uhr), 24.2. - TSV Wasserburg (16 Uhr), 9.3. - TK Hannover (19 Uhr), 16.3. - Angels Nördlingen (19 Uhr).

Spielstätte: Schloßteichhalle.

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