Publikumsliebling Edgar Jerke auf Abschiedstour

Als die Aufstellungen feststanden, kam der Sieg der Vogtländer in der Gewichtheber-Bundesliga gegen den Chemnitzer AC nicht überraschend.

Plauen.

Vor allem bei seinen jeweils dritten Versuchen, als er sichtlich an Grenzen gehen musste, hallten die "Edi, Edi, Edi"-Rufe durch die Halle. Edgar Jerke schien daraufhin noch konzentrierter an die Hantel zu gehen, gab alles und schrie dann sein ganze Freude heraus. Er durfte sich erneut über sechs gültige Auftritte freuen und hatte somit maßgeblichen Anteil am Erfolg des Athletenteams Vogtland (ATV) in der Gewichtheber-Bundesliga gegen den Chemnitzer AC (580,1:424,2). Mit 113,4 Relativpunkten avancierte der 32-Jährige außerdem zum zweitbesten Akteur des Duells. Nur sein Mannschaftsgefährte Petr Petrov aus Tschechien (mehrfacher WM-und EM-Teilnehmer (u. a. 2x Siebenter) steuerte mit 140 mehr Zähler bei. Stark und fehlerfrei präsentierte sich auch dessen Freundin Eliska Pudivitrova (113,0), die sich ebenfalls auf die EM vorbereitet.

Edgar Jerke bestimmte einst im Nachwuchs die nationale Spitze mit, startete in diesem Altersbereich auch bei EM. Bei den Männern schaffte er es nicht den Sprung in die Auswahl, auch weil er sich auf seine Ausbildung konzentrierte. Doch nebenher trainiert er in seiner Heimatstadt Luckenwalde weiter mehrfach pro Woche, gewann Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Und die Auftritte in der Bundesliga stachelten seinen Ehrgeiz stets zusätzlich an. Seit nunmehr 14 Jahren hebt er für die Vogtländer, avancierte wegen seines stets enormen Kampfgeistes sowie seines sympathisches Auftreten zum Publikumsliebling.

"Wenn die Leute meinen Namen rufen, dann motiviert mich das zusätzlich. Ich bin mir sicher, auswärts hätte ich diese Lasten nicht geschafft", meinte Edgar Jerke, der immer auch seine Gefährten mitreißt und anspornt. "Edi ist ein echter Teamplayer", wertet ATV-Chef Bernd Schmiedel. Umso mehr bedauert auch er, dass der zuverlässige Routinier nach dieser Saison seinen Abschied nimmt. "Ich bin sehr gern hier, mir gefällt die Atmosphäre, es macht stets Spaß. Aber ich werde jetzt in meinem Heimatverein noch intensiver als Trainer arbeiten, da mein Coach aufgehört hat. Ich möchte da gern selbst eine Mannschaft aufbauen", begründet der Elektromeister, der stolzer Vater eines achtjährigen Jungen ist. Schon in den vergangenen Wochen war er fast jeden Tag nach seiner Arbeit in der Halle, denn zusätzlich betreut er Kinder beim Vorschulturnen. Da bleibt weniger Zeit, um eine ansprechende Leistung aufzubauen.

Beim Chemnitzer AC (CAC), der ohne die Letten antrat, fiel kurzfristig noch Kapitän Kurt Perthel wegen Rückenproblemen aus, sodass nur fünf Heber zur Verfügung standen. Punktbester war Hendrik Wetzel (110,2), der sich aktuell auf die DM der Masters vorbereitet. Die Niederlage hat zum Glück keine negativen Nachwirkungen, da in dieser Saison nur die fünft besten Resultat für die Qualifikation der künftigen eingleisigen Bundesliga mit nur neun Teams aus beiden Staffeln herangezogen werden. Da besitzt der CAC beste Chancen, zumal beim abschließenden Duell in Schwedt die lettischen Asse wieder dabei sind. Hingegen ist ebenso klar, dass die Vogtländer dann in der 2. Bundesliga aktiv sind. So stehen auf unbestimmte Zeit erst einmal keine Derbys an. Aber so oft der Verband seine Regularien schon änderte, muss das nicht von Dauer sein ...

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