Ratinger Mehrkampf: Kazmirek gibt auf, Schäfer auf EM-Kurs

Zehnkämpfer Kai Kazmirek hat bei der EM-Generalprobe entkräftet aufgegeben, im Siebenkampf hat Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer das Europameisterschafts-Ticket dicht vor Augen. Beim Meeting in Ratingen stieg der WM-Dritte Kazmirek weit zurückliegend bereits nach der dritten Disziplin aus. Schäfer geht hingegen als Führende in den zweiten Tag.

"Das war keine gute Generalprobe", sagte Kazmirek: "Nach dem Wettkampf in Götzis hatte ich gesundheitliche Probleme und konnte nicht vernünftig trainieren. Ich fühle mich wie Wackelpudding."

Nach mäßigen Leistungen über 100 m (11,04 Sekunden), im Weitsprung (6,92 m) und im Kugelstoßen (14,19) hatte der 27-Jährige von der LG Rhein-Wied keine Chance mehr auf ein Spitzenergebnis. Kazmirek hat nach seinen 8329 Punkten von Götzis als derzeit bester deutscher Zehnkämpfer das Ticket für die EM in Berlin (6. bis 12. August) aber praktisch sicher.

Noch größeres Pech hatte Luca Wieland. Der 23-Jährige aus Halle/Saale hatte im Hochsprung, der vorletzten Disziplin des Tages, bereits mehr als 200 Punkte Vorsprung und das EM-Ticket im Visier, verletzte sich dann aber beim Versuch am Stadionrekord von 2,16 m am Oberschenkel und trat zu den abschließenden 400 Metern nicht mehr an.

In Führung liegt Außenseiter Manuel Eitel mit 4220 Punkten hauchdünn vor seinem Ulmer Vereinskollegen Arthur Abele (4217). Abele, Ratingen-Sieger von 2007 und 2016, bestreitet nach längerer Verletzungspause seinen ersten Zehnkampf seit Olympia 2016. Da Abele einen immens starken zweiten Tag hat, kann er Youngster Niklas Kaul noch das EM-Ticket entreißen. Mit in Götzis erzielten 8205 Punkten ist Kaul hinter Kazmirek und Matthias Brugger (8304) Dritter der deutschen Bestenliste, Kaul und Brugger fehlen in Ratingen.

Der französische Weltmeister Kevin Mayer unterstrich seine Favoritenstellung für die EM mit persönlichen Bestleistungen über 100 m (10,66 Sekunden) und im Kugelstoßen (15,86). Allerdings nutzt Mayer den Ratinger Mehrkampf nur als Formtest, tritt nicht in allen Disziplinen an. "Nach dem Gewinn der Hallen-WM im März bin ich noch nicht so stabil und weit genug im Training, deshalb gibt es hier noch keinen kompletten Zehnkampf", sagte der 26-Jährige.

Schäfer (Frankfurt) führt trotz durchwachsener Leistung mit 3828 Punkten vor der Hallen-WM-Zweiten Ivona Dadic (Österreich/3776) und Louisa Grauvogel (LG Saar/3732), am Sonntag dürfte sie den Vorsprung noch ausbauen.

Ende Mai hatte Schäfer in Götzis nach drei ungültigen Versuchen im Kugelstoßen den Wettkampf vorzeitig beenden müssen und damit im ersten Anlauf das Ticket für die Europameisterschaften verpasst. Auch in Ratingen wackelte Schäfer mit der Kugel und blieb mit 13,53 m rund anderthalb Meter unter ihrer Bestleistung.

Bislang haben aus deutscher Sicht nur Mareike Arndt (Leverkusen/6122), die in Ratingen auf Platz vier (3705) liegt, und Grauvogel (6074) die EM-Norm (6000) überboten.

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