RB Zwickau löst insolventen Verein ab

Der Neustart in der 2. Liga wird für die Rollstuhlbasketballer mit einem neuen Vereinsnamen und für den Trainer mit einer neuen Rolle verbunden sein.

Zwickau.

Die große Tradition hochklassiger Rollstuhlbasketballspiele in Zwickau soll in einem neu gegründeten Verein namens RB Zwickau fortgeführt werden. Darüber hat am Montag der insolvente BSC Rollers Zwickau informiert. Demnach waren die Bemühungen des Erstligisten um ein geregeltes Insolvenzverfahren erfolgreich. Das Verfahren wurde zum 17. Januar vom Landgericht Chemnitz eröffnet.

Wie Insolvenzverwalter Mathias Lechleitner zur Pressekonferenz erklärte, hat man sich auf das Modell einer "übertragenden Sanierung" auf den Neuverein verständigt. Diese Lösung sei im Falle des BSC, der Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 50.000 Euro hat, die günstigere und schneller umzusetzende Variante. Der neue Verein wurde am 7. Januar bereits gegründet und soll das Spielrecht der Rollers in der 1. Bundesliga noch in dieser Saison übernehmen. Die Fortführung des Spielbetriebes wiederum war eine Voraussetzung seitens des Verbandes, um mit der Mannschaft im nächsten Spieljahr in der 2. Bundesliga dabei sein zu können.

"Übertragende Sanierung bedeutet, dass der Neuverein dem Altverein eine angemessene Summe zur Abgeltung des Sachanlagevermögens zahlt, zu dem zum Beispiel die Rollstühle zählen", sagt der Insolvenzverwalter. So kann RB Zwickau nach der Eintragung ins Vereinsregister mit den Spielern, der Lizenz und dem Sachanlagevermögen quasi bei null beginnen. Mathias Lechleitner: "Im Altverein bleiben sozusagen die Schulden hängen. Die werden im Insolvenzverfahren normal durchreguliert. Wenn alles begutachtet und abgewickelt ist, gibt es eine Quote für die Altgläubiger."

An der Spitze des neuen Vereins steht mit Marco Förster der Trainer der aktuellen Erstliga-Mannschaft. Er berichtete von vielen guten Gesprächen, die er und der Insolvenzverwalter mit Sponsoren geführt haben. "Es sieht grundsätzlich sehr gut aus, aber ist im Moment schwierig, konkrete Zielstellungen zu nennen", sagt er. Für ihn steht an erster Stelle, den Verein und den Rollstuhlbasketball in Zwickau wieder in eine stabile Position zu bringen. Aus seiner Sicht beinhaltet das neben neuen Strukturen und internen Veränderungen auch, mehr Mitglieder zu werben und neue Sparten aufzubauen. RB steht daher nicht nur für Rollstuhlbasketball, sondern auch für Reha und Bildung.

Der BSC Rollers hat sich nach dem Insolvenzantrag im November 2019 von zwei Spielern getrennt. Aktuell verfügt Zwickau über einen gerade mal sechsköpfigen Kader, den man für die Zweitligasaison 2020/21 halten will. Dafür plant der neue Verein, bei dem künftig ein Spielertrainer sportlich das Sagen haben soll, mit einem Budget von 120.000 bis 130.000 Euro. Die Finanzlücke im laufenden Etat hatte ihren Ursprung in einem 2016 vom Verein ausgerichteten Europapokalturnier. Das bezeichnete der Insolvenzverwalter als "finanzielles Desaster", das lange als Bürde mitgeschleppt wurde und an dem der BSC letztlich gescheitert sei.

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