Fußball
"Regelrecht vernichtet": Haaland ratlos nach Bodö-Blamage

Party am Polarkreis: Bodö/Glimt schockt Manchester City in der Champions League, Superstar Haaland ist es "peinlich". Der Held des Abends bekommt ein besonders Lob.

Bodö.

Kjetil Knutsen hatte nach der Sensation gegen das Star-Ensemble von Manchester City ein dringendes Anliegen. Der Trainer des norwegischen Fußball-Zwergs FK Bodö/Glimt erklärte den Helden des 3:1 gegen den englischen Super-Club noch live im Fernsehen für unverkäuflich. "Wir haben keinerlei Pläne, Kasper Högh an irgendjemanden zu verkaufen", sagte Knutsen.

Dieser Högh, ein 25 Jahre alter Däne, machte in der Champions League gegen City das Spiel seines Lebens. Zwei Tore in der ersten Halbzeit binnen zwei Minuten, ein weiteres wegen Abseits aberkanntes nach der Pause. Den dritten Treffer der Norweger erzielte dann der Ex-Frankfurter Jens Petter Hauge per Traumtor. Als Belohnung gab es für Högh das Trikot von Superstar Erling Haaland, dessen Rückkehr in die Heimat am Ende zur peinlichen Dienstreise wurde.

Högh besser als Idol Haaland

Für Högh war es nicht irgendein Trikot. "Ich weiß, dass Kasper zu Erling aufschaut. Er ist sein großes Idol", sagte Bodös Kapitän Patrick Berg. Knutsen erklärte zudem, dass man sich mit Högh oft Videos von Haalands Bewegungen und dessen Timing angeschaut habe, damit er davon lernen könne.

Den Lerneffekt gab es ausgerechnet gegen den großen Haaland. "Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich keine Tore geschossen habe. Es ist peinlich", sagte der Superstar. "Das ist nicht gut genug. Wir sind Manchester City. So sollte es nicht sein." Haaland und Co. gaben einen Tag später bekannt, dass man den etwa 400 mitgereisten Fans die Ticketkosten erstatten werde. Eine Karte hatte umgerechnet etwas weniger als 29 Euro gekostet. Insgesamt kostet die City-Mannschaft die Erstattung circa 11.500 Euro.

Bei der Rückkehr von Erling Haaland (r) nach Norwegen setzte es für Manchester City einen Dämpfer.
Bei der Rückkehr von Erling Haaland (r) nach Norwegen setzte es für Manchester City einen Dämpfer. Bild: Fredrik Varfjell/NTB/dpa

City zeigte eine schwache und ideenlose Leistung, allein Haaland hatte in der ersten Halbzeit nicht einmal zehn Ballkontakte. Nach dem Treffer zum 1:3 durch Ryan Cherki verlor das Team von Starcoach Pep Guardiola auch noch den Mittelfeldstrategen Rodri, der binnen etwas mehr als einer Minute zweimal die Gelbe Karte sah.

"Regelrecht vernichtet"

Die Reaktionen waren entsprechen. "Das wird Schockwellen durch Europa senden", sagte der Kommentator des norwegischen Senders TV2. Die Manchester Evening News schrieben vom "Spiel aus der gefrorenen Hölle Norwegen." Ex-Stürmer Chris Sutton war ebenfalls deutlich: "Bodø/Glimt hat Manchester City nicht nur geschlagen – sie haben sie regelrecht vernichtet."

Guardiola lobte Bodö als "absolute Spitzenmannschaft", akzeptabel dürfte es die Niederlage keinesfalls machen. Es war nicht die erste internationale Überraschung des Clubs, in der Conference League besiegte man im Oktober 2021 die AS Rom mit 6:1. Doch der Erfolg gegen City war bedeutender. "Ich würde sagen, das ist das Größte, was wir je erreicht haben. Wir haben eine der besten Fußballmannschaften der Welt geschlagen und das haben wir uns verdient", sagte Berg. (dpa)

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