Reh reagiert gelassen auf ihren vierten Platz

Laufhoffnung Alina Reh (Ulm) hat nach ihrem starken Auftritt über 10.000 m bei der Leichtathletik-EM in Berlin gelassen auf ihren vierten Platz reagiert. Mit Lonah Chemtai Salpeter aus Israel und der Schwedin Meraf Bahta landeten unter anderem zwei Läuferinnen vor ihr, die in Afrika geboren wurden.

"Ich kann nichts daran ändern. Ich stehe da an der Startlinie, weil Laufen meine Leidenschaft ist. Was andere Verbände erlauben oder nicht, steht nicht in meiner Macht", sagte Reh am Donnerstag: "Ich kann nichts ändern und werde weitermachen."

Salpeter (31:43,29 Minuten) sicherte Israel das erste EM-Gold für eine Frau in der Geschichte des Landes. Die gebürtige Kenianerin lebt seit zehn Jahren in Israel, Bahta wurde in Eritrea geboren und floh 2008 nach Schweden, wo sie 2014 eingebürgert wurde.

In der Leichtathletik wird das Thema Nationenwechsel seit Jahren kontrovers diskutiert, zuletzt entstand ein regelrechter Markt für Talente aus ärmeren Ländern, die sich für viel Geld einem anderen Verband anschließen. Zuletzt beschloss der Weltverband deshalb verschärfte Regeln. Athleten werden vor ihrem Start für ein anderes Land zukünftig mindestens drei Jahre international gesperrt, zudem prüft vorher ein Gremium die "Glaubwürdigkeit" des Antrags. Die IAAF hatte bereits im Februar 2017 nach Protesten von Sportlern und Funktionären Nationenwechsel eingeschränkt.

Und vielleicht winkt Reh am Ende doch noch nachträglich Bronze: In Schweden läuft ein Anti-Doping-Verfahren gegen Bahta, weil sie dreimal gegen die Melderichtlinien für Dopingtests verstoßen haben soll. Ihr droht eine zweijährige Sperre.

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