Sachsen jubeln: Kornfeil beim Heim-Grand-Prix auf dem Podest

Das sächsische Team PrüstelGP sorgt im Motorrad-Grand-Prix weiter für positive Schlagzeilen. Jakub Kornfeil wurde in Brünn Dritter. Marco Bezzecchi führt die Moto3-WM an. Nur für Stefan Bradl endete das Rennen schmerzhaft.

Jakub Kornfeil (r.) in seinem Element. Der Tscheche vom Team PrüstelGP wurde bei seinem Heim-Grand-Prix in Brünn Dritter.
Sachsen jubeln: Kornfeil beim Heim-Grand-Prix auf dem Podest

Von Stefan Geyler

Der Kurs vor den Toren der tschechischen Metropole Brünn ist auch 2018 für das am Sachsenring beheimatete Team PrüstelGP ein gutes Pflaster geblieben. Nachdem man vor zwei Jahren mit dem Schotten John McPhee den ersten Sieg in der Moto3 gefeiert hatte, sorgte am Sonntag der Tscheche Jakub Kornfeil unter dem frenetischen Jubel Tausender seiner Landsleute mit dem dritten Platz erneut für einen Podestplatz für die Sachsen. Der KTM-Pilot fuhr mit der Winzigkeit von 0,339 Sekunden Rückstand hinter dem Sieger Fabio Di Giannantonio aus Italien und dem Spanier Aron Canet über die Ziellinie.

"Dieses Wochenende werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Erst am Sonnabend zum ersten Mal auf die Pole Position zu fahren und dann das Rennen als Dritter zu beenden, besser konnte es kaum laufen. Ich bin extrem happy, meinen Fans dieses Geschenk geben zu können", sagte der Tscheche, der in der Stunde des Erfolges auch den Dank an sein Team nicht vergaß: "Die arbeiten immer hart für mich." Er meinte dabei insbesondere Technikchef Florian Chiffoleau und Sportdirektor Dirk Reißmann. Der Hohenstein-Ernstthaler hatte an Kornfeil immer wieder appelliert, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und selbstbewusst den Kampf mit den Weltbesten aufzunehmen. Nach Rang sieben auf dem Sachsenring und dem dritten Platz in Brünn zeigt die Formkurve bei Kornfeil klar nach oben.

Die Leistung seines Teamkollegen Marco Bezzecchi ging dabei etwas unter. Denn der Italiener schlug sich als Sechster im Moto3-Rennen ebenfalls achtbar. Der 19-Jährige, der mit dem Berg-und-Tal-Kurs in Tschechien seine Probleme hatte, war von Startplatz 14 ins Rennen gegangen und hatte sich Runde für Runde nach vorn gekämpft. Der Lohn ist die zwischenzeitliche WM-Führung mit drei Punkten Vorsprung vor Honda-Pilot Jorge Martin. Der Spanier war am Freitag im Training schwer gestürzt, hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen und konnte in Brünn nicht mehr an den Start gehen.

Für die deutschen WM-Starter gab es zwei Top-Ten-Plätze. Kalex-Pilot Marcel Schrötter aus dem bayerischen Pflugdorf bestätigte in der Moto2 nach Rang sechs auf dem Sachsenring mit dem siebten Platz in Brünn erneut seine Zugehörigkeit zur Weltspitze. Das trifft ebenso auf Philipp Öttl (Ainring) zu, der wie beim deutschen WM-Lauf gestern in Tschechien erneut Achter wurde. Der Sieger des Grand Prix von Spanien Anfang Mai hat damit offenbar endgültig seine Durststrecke in der Moto3-WM überwunden.

Dagegen wurde Moto-GP-Pilot Stefan Bradl, der mit einer Wildcard gestartet war, auch bei seinem zweiten Auftritt 2018 vom Pech verfolgt. Der einstige Moto2-Weltmeister schied bereits in Runde eins nach einer Karambolage mit zwei anderen Fahrern aus. Bei seinem Comeback hatte der Bayer vor drei Wochen auf dem Sachsenring auf Rang 16 die Punkteränge knapp verpasst. Der Bayer zog sich dabei eine schmerzhafte Schulterverletzung zu. Ob er heute an den Testfahrten der MotoGP in Brünn teilnehmen kann, ist allerdings fraglich. Der Tagessieg im Rennen der Königsklasse ging an Andrea Dovizioso aus Italien. Zweiter wurde Jorge Lorenzo aus Spanien vor seinem Landsmann und Titelverteidiger Marc Márquez und Valentino Rossi aus Italien. Der Sachsenring-Sieger baute seine Führung im Gesamtklassement nach zehn WM-Läufen weiter aus.

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