Sächsisches Talent macht den nächsten Schritt zur Formel 1

Marvin Kirchhöfer aus Leipzig startet morgen in die GP2-Series. Es ist die letzte Stufe für Talente im Formelsport unter der Königsklasse. Sein Teamchef hat bereits großen Namen weitergeholfen.

Barcelona/Leipzig.

Als Marvin Kirchhöfer mit mehr als 300 Stundenkilometer an der Boxenmauer des Sachsenrings raste, da war sie schon zu spüren, die Formel 1. Der 22-Jährige zeigte im Rahmen der ADAC-GT-Masters am ersten Maiwochenende sein neues Arbeitsgerät. Es sieht den Boliden von Sebastian Vettel oder Nico Rosberg ähnlich, ist aber eine Stufe tiefer angesiedelt. Der Leipziger Kirchhöfer startet nämlich an diesem Wochenende in die GP2-Series. "Ich fahre für das britische Carlin-Team im Rahmen der Formel 1, praktisch im Vorprogramm", erklärt er.

Vergangenes Jahr war er noch eine Serie tiefer unterwegs, machte dank seiner Leistungen nun den nächsten Schritt im Formelsport. Die Nachwuchsserie ist die letzte Stufe für die Talente, um sich für die Königsklasse zu präsentieren. Damit ist er so nah dran an der Formel 1 wie kein Sachse vor ihm. Ein Pilot aus dem Freistaat wäre eine Premiere in der Geschichte des sächsischen Motorsports. "Wir stehen vor der Tür zur Formel 1, aber diese ist noch verschlossen", gibt sich Kirchhöfer bescheiden. "Ob sie geöffnet wird, entscheiden meine Leistungen und dazu das nötige Umfeld mit entsprechenden Sponsoren."

Die Bewerbungsphase geht morgen los. Vor dem Formel-1-Grand-Prix in Barcelona beginnt die Saison der international mit Talenten gespickten GP2-Series. Dass sich der 22-Jährige trotz der großen Konkurrenz zu behaupten weiß, stellte er in seiner Karriere unter Beweis. Der vom ADAC Sachsen geförderte Pilot gewann einst zahllose Rennen im Kart-Sport. In der ADAC-Formel-Masters sowie in der Formel 3 zeigte er, dass er die PS-starken Boliden im Griff hat. Auf dem Sachsenring stand er in diesen Serien 2012 und 2013 als Sieger auf dem Podium. In den vergangenen beiden Jahren fuhr er - ebenfalls im Rahmen der Formel 1 - in der GP3-Series für das französische Team ART GP seine Runden, erreichte fünf Siege und beendete die Saison zweimal auf Platz drei der Gesamtwertung. "Wir sind stolz, dass wir den besten sächsischen Formel-Piloten unterstützen können", erklärt der Glauchauer Klaus Klötzner, Vorstandsmitglied des ADAC Sachsen.

Elf Rennen stehen dieses Jahr für Kirchhöfer auf dem Programm, das letzte Ende November in Abu Dhabi (Vereinigten Arabischen Emirate). Vor der Abreise zum Saisonauftakt nach Barcelona wirkte der Leipziger trotz der Erwartungen entspannt. "Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Herausforderungen, und kann es kaum abwarten wieder im Auto zu sitzen", sagte der derzeit schnellste Sachse. Grund für Zuversicht verspricht sein neuer Teamchef im Carlin-Team. Trevor Carlin betreute Formel-1-Stars wie den Australier Daniel Ricciardo, Kevin Magnussen aus Dänemark und den viermaligen Weltmeister aus Heppenheim, Sebastian Vettel. Die Voraussetzungen sind also nicht schlecht, damit die Tür zur Formel 1 für den ersten Sachsen aufgeht.

Formel 1-Pilot Nico Rosberg hat zum Auftakt des Großen Preises von Spanien die Tagesbestzeit aufgestellt. Der WM-Spitzenreiter verwies in Barcelona gestern Kimi Räikkönen auf den zweiten Platz. Hinter dem Finnen im Ferrari reihte sich Titelverteidiger Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil ein. Sebastian Vettel wurde im zweiten Ferrari Vierter.

Mit seinem Auftritt unterstrich Rosberg seine Ambitionen auf den fünften Saisonsieg in Serie beim morgigen Rennen (14 Uhr/RTL, Sky). Gewinnt er, stellt der 30-Jährige einen Startrekord von Michael Schumacher und Nigel Mansell ein. (dpa)

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