Saisonauftakt beim FC Erzgebirge Aue: Die Null steht vorn und hinten

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Mit einer taktisch disziplinierten und kämpferisch sehr engagierten Leistung hat der FC Erzgebirge zu Beginn der neuen Zweitligasaison einen Punkt aus Nürnberg entführt. Vor endlich wieder 11.000 Zuschauern ein guter Start - doch eine große Frage bleibt: Wer soll für Aue die Tore schießen?

Nürnberg.

Aleksey Shpilevski stand 90 Minuten und ein paar mehr unter Strom. Permanent gab der neue Trainer des FC Erzgebirge Aue seinen Jungs auf dem Feld Anweisungen, mit Gesten und mit Rufen. Was Shpilevski dabei besonders wichtig war: bei Nürnberger Ballbesitz musste das Zentrum so rasch wie möglich geschlossen werden. Das beherzigten seine Schützlinge. So gab es in der Mitte des Feldes keinen Platz für spielstarke, vor dem Match leicht favorisierte Gastgeber. Die hatten zwar über die komplette Spielzeit ein klares optisches Übergewicht, die Ausbeute an Torchancen blieb aber bescheiden. Und so stand am Ende ein 0:0, mit dem die Sachsen sehr gut leben konnten, die Franken leben mussten.

Der FCE begann mit vier Neuzugängen in der Startelf. Dirk Carlson war einer von drei Verteidigern, Anthony Barylla kam links im Mittelfeld zum Einsatz, Nicolas Kühn und Omar Sijaric weiter vorn. In der zweiten Halbzeit kam dann auch noch Soufiane Messeguem zu seinem Pflichtspieldebüt in Auer Diensten. Kurzfristig in die Startelf gerutscht war Gaetan Bussmann, der den am Knie verletzten Florian Ballas ersetzte.

Das erste Ausrufezeichen der Partie setzte Nürnbergs Kapitän Enrico Valentini gleich in der ersten Minute, sein Flachschuss ging links an Martin Männels Kasten vorbei. Der Auer Torwart hatte viele Ballkontakte, viele Paraden musste er nicht zeigen. Einzige Ausnahme: der klasse Spagat, mit dem er in der 33. Minute gegen Eric Shuranov den Rückstand verhinderte. Mats Möller-Daehli hatte den Ukrainer prima in Szene gesetzt. Die Hausherren taten sich sichtlich schwer mit der geballten Auer Defensive. Die Gäste kamen ihrerseits zu einigen Kontergelegenheiten, spielten diese aber nicht gut aus. Oder die Abschlüsse blieben einfach zu harmlos, um FCN-Torwart Christian Mathenia ins Schwitzen zu bringen. So war es bei Dimitrij Nazarovs zartem Schuss (12.), bei Kühns Schlenzer aus spitzem Winkel (16.) oder bei Ben Zolinskis Versuch, der das Ziel deutlich rechts verfehlte (29.).

Mit neuem Elan, aber keinen neuen Ideen starteten die Franken, von Shpilevski in die Top 3 der 2. Bundesliga eingeordnet, in die zweite Halbzeit. Die Auer Verteidigungslinien hielten; auch als FCN-Trainer Robert Klauß mit Manuel Schäffler, Robin Hack, später auch noch Nikola Dovedan frisches und auch namhaftes Offensivpersonal ins Rennen schickte. Auf diese Bank konnte der Auer Trainer nur neidisch blicken, auf seiner saß kein einziger Angreifer. Den Mittelstürmer gab der eifrige Dauerläufer Ben Zolinksi. Klar ist nach dieser Partie aber: Es kann für ihn keine Dauerrolle werden, er ist an anderer Stelle besser aufgehoben. Der FCE braucht im Sturmzentrum ein anderes Kaliber, will er mehr Torgefahr erzielen. In Nürnberg blieb es bei ein paar Nadelstichen. Shpilevski hätte sich vorn noch ein paar mehr gewünscht. Gereicht hätte beinahe aber auch der eine, als Zolinski den links heranstürmenden Anthony Barylla bediente, dessen Schuss aber in Mathenias Armen landete (56.).

Einem Treffer rannten mehr und mehr verzweifelt die Gastgeber hinterher. Doch die Erzgebirger schlossen bis zum Schluss diszipliniert alle Lücken, warfen sich mit Vehemenz in jeden Zweikampf. Vom FCN kamen noch einige Flanken, die Martin Männel an sich zog, und ein paar ungenaue Schüsse, die neben, zumeist über das Tor gingen.

Trotz des 0:0 war aber auch Robert Klauß nach dem Abpfiff gar nicht so unzufrieden. "Es war ein ordentliches Spiel. Wenn wir es gewinnen wollen, müssen wir vor dem gegnerischen Tor bessere Entscheidungen treffen", sagte der FCN-Coach, der wie sein Gegenüber einst als Nachwuchstrainer bei RB Leipzig aktiv war. Shpilevski hatte für seine Mannschaft nur Lob parat: "Ein Riesenkompliment an meine Jungs, sie haben unseren Plan hervorragend umgesetzt." Martin Männel bedankte sich ganz speziell bei seinen Vorderleuten: "Sie haben alles weggeräumt und weggeköpft. Am Boden wie in der Luft war an den Jungs kein Vorbeikommen. Vorn haben wir bestimmt noch ein bisschen Luft nach oben, aber heute fahren wir sehr zufrieden heim."

Statistik1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Sörensen, Hübner, Handwerker - Geis - Krauß (90.+1 Duman), Nürnberger (59. Hack) - Möller Daehli - Schuranow (59. Schäffler), Borkowski (76. Dovedan). Aue: Männel - Carlson, Gonther (V), Bussmann - Strauß, Fandrich (80. Riese), Barylla - Kühn (V/76. Majetschak), Nazarov (V/68. Baumgart), Sijaric (46. Messeguem) - Zolinski. SR.: Waschitzki (Essen). Zuschauer: 11.089

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