Savchenko/Massot zum Comeback: «Wir werden sehen»

Erst nach Abschluss der Eisshows Ende Februar wollen Savchenko/Massot über ein Comeback entscheiden. Nach dem Olympia-Triumph 2018 hat das Eiskunstlauf-Traumpaar eine Wettkampfpause verkündet. Im TV werden sie sich die EM in Minsk nicht anschauen: «Keine Zeit.»

Minsk (dpa) - Die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko/Bruno Massot haben noch keine Entscheidung über die Fortsetzung ihrer Karriere bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking getroffen.

«Wir wollen Holiday on Ice und die anderen Shows bis Ende Februar beenden», sagte die gebürtige Ukrainerin der Deutschen Presse-Agentur. «Nach den Spielen in Pyeongchang haben wir nicht die Zeit gehabt, über alles nachzudenken. Wir wollen das jetzt erst einmal alles genießen. Wir werden sehen.»

Auch der eingebürgerte Franzose mag sich über die Zukunft noch keine konkreten Gedanken machen. «Wir haben so viel zu tun, denken nicht an Wettbewerbe. Wir leben von Tag zu Tag», meinte Massot. Nach dem Olympia-Gold und der «Jahrhundert-Kür» hatte das Duo eine Wettkampfpause und den Verzicht auf die am Mittwoch gestarteten Europameisterschaften in Minsk sowie die Welttitelkämpfe im März in Saitama/Japan verkündet. Auf die Frage wie wahrscheinlich ein Comeback ist, versicherte Massot: «Wir wissen es wirklich nicht.»

Bundestrainer Alexander König, der das Duo mit zu Gold führte, glaubt nicht an eine Rückkehr. «Ich denke, dass ihr klar ist, dass es gut wäre, nicht mehr zurückzukommen», sagte er. «Man sollte Aljona helfen, die Brücke in die reale Welt zu bauen.» Immerhin ist die ehrgeizige Savchenko, die bereits mit ihrem vorherigen Partner Robin Szolkowy fünf WM- und vier EM-Titel gewann, am vergangenen Samstag 35 Jahre alt geworden. Zudem hat Massot schon begonnen, eine Existenz neben dem Eis aufzubauen. In La Chaux-de-Fonds arbeitet er als Eiskunstlauf-Trainer. «Das war der Grund, warum ich in die Schweiz gegangen bin. Ich will diesen Weg weitergehen», sagte er.

Die Deutsche Eislauf-Union hat auch nur wenig Hoffnung, dass das Vorzeigepaar noch zurückkommt oder die passionierte Athletin Aljona Savchenko es mit einem neuen Partner versucht. «Aljona ist ein Typ wie Claudia Pechstein, Bruno ist anders gestrickt», meinte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Um mit einem neuen Mann an ihrer Seite auf dem Eis wieder in die Erfolgsspur zu kommen, müsste mit Blick auf Peking 2022 schnell einer gefunden werden.

Eine knallharte Meinung hat Savchenko über ihre bisherigen deutschen Rivalen und deren Last, sich aus dem Schatten des Traumpaares zu befreien. «Unser Ziel war, Olympiasieger zu werden. Ich weiß nicht, welche Ziele diese Paare haben, vielleicht nur besser als letztes Jahr zu sein», sagte sie. Konkurrenten wie Annika Hocke/Ruben Blommaert aus Berlin habe sie nicht als Athleten in der zweiten Reihe gesehen. «Wir standen nicht im Weg, waren nur einfach besser. Und sie hatten auch ihre Chance im vergangenen Jahr», sagte Savchenko. Da war sie mit Massot bei der EM in Moskau nämlich gar nicht am Start.

Dass die deutschen Meister Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert in ihrer Abwesenheit und ohne die Olympia-16. Hocke/Blommaert, die wegen einer Erkrankung die EM absagen mussten, auf Platz sechs im Kurzprogramm liefen, haben Savchenko/Massot nicht im Fernsehen mitverfolgt. «Wir werden nicht die Zeit haben, es anzusehen», sagte Massot. «Ich weiß nicht mal, wo wir dann sein werden.» Für Savchenko ist es nicht leicht, immer auf Tour zu sein - allein für Holiday on Ice sind sie für 19 Shows und eben so vielen Städten gebucht. «Es ist ein Bonus nach dem Olympiasieg», meinte sie und gab zu: «Es ist aber stressiger.»

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