"Schwarze Perlen" wollen wieder glänzen

Die Bundesliga-Wasserballerinnen vom Schwimm-Club Chemnitz haben erneut die Playoffs im Visier. Doch die Vorbereitung lief nicht optimal.

Chemnitz.

Anja Skibba, Trainerin der Wasserball-Bundesligadamen des Schwimm-Clubs Chemnitz (SCC), antwortet auf die Frage, wie die Vorbereitung auf die am Sonnabend beginnende neue Saison verlief, mit "nicht ideal". Denn vor allem aufgrund von zahlreichen Auswahlverpflichtungen war es kaum möglich, mit der gesamten Mannschaft spezielle Übungseinheiten zu absolvieren. Doch das spricht wiederum für die Qualität des Aufgebotes. "Wir haben elf Kaderspielerinnen, die in Jugendnationalteams aktiv sind. Nicole Vunder, Theresa Podsiadly und Aileen Sieber gehören bereits zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. In den zurückliegenden Wochen waren sie zu vielen Turnieren, auch international, unterwegs", skizziert die 50-Jährige die Situation auf. Andere Teams besitzen deshalb einen Vorteil, weil ihnen einfach mehr Zeit zur Verfügung stand.

Trotz der nicht optimalen Vorbereitung visieren die "Schwarzen Perlen" wieder einen Playoff-Platz an. Das ist erneut ein realistisches Ziel. Mit Athena Grandis und Linda Chladkova gab es beim SCC, der 2016 mit dem Vizemeistertitel das bislang beste Resultat erreichte, nur zwei Abgänge. "Unter die ersten vier zu kommen, ist unser Anspruch. Auch wenn wir nicht wissen, wie stark die Konkurrenz ist. Es gab große Veränderungen", sagt Anja Skibba. Den Auftakt bestreitet der SCC wie 2017 in Hamburg. Auch in dieser Saison spielen nur sieben Mannschaften in der höchsten Liga. "Natürlich wäre es besser, wenn noch das eine oder andere Team dazukommen würde. Doch es bringt nichts, wenn Mannschaften dabei sind, die keine Chance haben. Das würde wiederum die Qualität schwächen", begründet Skibba, die zugleich als Nachwuchs-Bundestrainerin arbeitet.

Erneut stellen die "Black Pearls" mit Abstand den jüngsten Kader in der Bundesliga. Die älteste Akteurin - Nikola Busauerova - ist gerade mal 24 Jahre alt. Chemnitz besitzt als Wasserballhochburg der Damen inzwischen einen sehr guten Namen. So wechselten mit der 14-jährigen Anne Rieck aus Potsdam und Julia Böttcher (15) von der SG Neukölln zwei Spielerinnen von renommierten Vereinen zum SCC. "Beide wollen sich bei uns weiterentwickeln", freut sich die Trainerin.

Ihre Tochter Marte gehört gleichfalls zu ihren Schützlingen. Die 16-Jährige begann in Hannover mit dem Wasserball, gewann mit der Chemnitzer U-18-Mannschaft kürzlich den Deutschen Meistertitel. "In der Bundesliga wird körperbetonter gespielt und mehr geschwommen als bei den Partien im Nachwuchs", nennt sie die größten Unterschiede. Natürlich hätten die Jüngeren oftmals noch körperliche Nachteile. "Aber wir trainieren bis zu elfmal in der Woche. Das macht sicher keine andere Mannschaft in der höchsten Liga", nennt Marte Skibba im Vergleich einen wichtigen positiven Effekt.

Sie und die anderen jungen Spielerinnen besuchen das Sportgymnasium beziehungsweise die Sportoberschule, finden so optimale Bedingungen vor. "Das ist eine wichtige Grundlage dafür, um die geforderten Trainingsumfänge umzusetzen", meint Skibba. Chemnitz kämpft zudem um die Anerkennung als Nachwuchsleistungszentrum. Bundesstützpunkte existieren im weiblichen Wasserballbereich nicht mehr. "Als Jüngere sind wir oftmals schwimmerisch den älteren Spielerinnen überlegen", fügt die 18-jährige Josephine Krauß, die seit 2015 für die "Black Pearls" aktiv ist, hinzu. Dass nicht immer alles nach Wunsch läuft, liegt ihrer Meinung nach auch an den fehlenden Erfahrungen und der Aufgeregtheit. Als einen anderen Trumpf bezeichnet sie die Strategie: "Wir verfügen über keine alteingesessene Taktik. Das liegt daran, dass unsere Trainerin viel international unterwegs ist und so zahlreiche Varianten kennt."

Anja Skibba bezeichnet die "Black Pearls" als ein Team mit Zukunft. "Natürlich gibt es nach Beendigung der Schule manches Mal bei einigen Probleme, wie es weitergeht", meint sie. Doch das kann kompensiert werden, auch die Quantität stimmt. Was den Zulauf im Nachwuchs betrifft, so sollte man nie zufrieden sein. "Die Zahl der Mädchen, die vom Schwimmen zum Wasserball wechseln, könnte noch größer sein", sieht die Trainerin weitere Reserven. Deshalb wird die Zusammenarbeit innerhalb der Abteilungen des Vereins forciert. "Dennoch stehen viele junge Spielerinnen in den Startlöchern." So auch vom U-16-Team, das gleichfalls Deutscher Meister ist.

Aufgebot und Termine

SC Chemnitz: Tor: Aileen Sieber (17 Jahre), Vivien-Sophie Krause (15).

Spielerinnen: Nikola Busauerova (24), Josephine Krauß (18), Victoria Fischer (19), Nicole Vunder (16), Marte Skibba (16), Helene Krauß (15), Lara Möller (22), Theresa Podsiadly (16), Fabienne Oelsner (17), Isabell Brödner (21), Julia Böttcher (15), Anne Rieck (14), Layla Fritsche (16), Melina Löscher (15).

Trainerin: Anja Skibba (50)

Heimspiele (Hauptrunde):

24. November, 17 Uhr: SC Chemnitz - Spandau Berlin; 19. Januar 2019: 17 Uhr: SCC - SV Bochum; 9. Februar, 17 Uhr: SCC- ETV Hamburg; 10. Februar: SSC - Nikar Heidelberg; 23. März, 19 Uhr: SCC- Waspo Hannover; 30. März, 18 Uhr: SCC - Bayer Uerdingen.

Modus: Playoffs der besten vier Mannschaften um den Meistertitel.

Sportstätte: Schwimmhalle im Sportforum Chemnitz. bew

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