Deutschland drückt Handballern die Daumen

Das WM-Halbfinale der deutschen Handballer zieht die Sportnation in ihren Bann. Die besten Wünsche begleiten das Team von Bundestrainer Christian Prokop bei dem Versuch, erstmals seit dem Wintermärchen 2007 wieder in ein Endspiel einzuziehen.

Hamburg (dpa) - Das WM-Halbfinale der DHB-Auswahl gegen Norwegen elektrisiert die Nation weit über die Handballszene hinaus.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückt genauso die Daumen wie Innenminister Horst Seehofer, und auch die Fußball-Bundesliga verfolgt den Weg der deutschen Handballer bei der Heim-WM mit Begeisterung.

«Ich fiebere natürlich bei den Spielen mit. Die Mannschaft spielt einfach klasse», sagte Seehofer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur und legte sich fest: «Mein Tipp: Deutschland wird Weltmeister.» Auch Steinmeier hofft auf einen Gold-Coup der DHB-Auswahl: «Ich glaube, es ist noch mehr möglich.» Und auch Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer glaubt an den ganz großen Coup.

«Natürlich wissen die Jungs, dass wir Fußballer ihnen ganz klar die Daumen drücken und mitfiebern werden. Wir hoffen jetzt, dass wir Norwegen schlagen und ins Finale kommen - und dann schauen wir, auf wen wir treffen», sagte der Kapitän des FC Bayern München bei einem Sponsorentermin (Audi) in München.

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop hat nicht nur die Herzen von Millionen TV-Zuschauern erobert, sondern auch bei vielen Sportlern und Trainern aus anderen Bereichen großen Eindruck hinterlassen. «Sie machen es gut, wirken sympathisch und gierig auf Erfolg», lobte Julian Nagelsmann, Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.

Borussia Mönchengladbachs Coach Dieter Hecking, der beim letzten Hauptrundenspiel am Mittwochabend gegen Spanien (31:30) in Köln auf der Tribüne jubelte, ist ebenfalls vom Handball-Virus infiziert. «Ich liebe Handball. Das ist ein toller Sport mit viel Bewegung und Spannung», sagte Hecking. Ähnlich begeistert äußerte sich sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt: «Es fasziniert mich. Ich sitze Abend für Abend am Fernseher. Toll, was die deutsche Mannschaft leistet. Ich hoffe, dass ihnen der große Wurf gelingt.»

Markus Weinzierl würde die Prokop-Schützlinge am liebsten für den Abstiegskampf mit dem VfB Stuttgart gewinnen. «Es ist klar, dass jeder Trainer froh ist, wenn er Typen auf dem Feld hat, die so agieren, wie es die Handballer aktuell machen», sagte der Coach der Schwaben. «Wenn man die Begeisterung sieht, wenn man das Miteinander sieht, wenn man die Emotionen sieht, das ist absolut schön anzuschauen - und da ist man Fan und fiebert mit. Da kann sich auch der Fußball was abschauen.»

Auch andere deutsche Topsportler nehmen regen Anteil an den WM-Auftritten der deutschen Mannschaft, die eine landesweite Euphorie ausgelöst hat. «Die Handballer haben Deutschland jetzt wieder in ihren Bann gezogen. Mit ehrlichem und authentischem Sport - da könnte der Fußball noch viel lernen», sagte Johannes Rydzek. Der Doppel-Olympiasieger in der Nordischen Kombination wünscht der DHB-Auswahl wie so viele den Titel. «Diese coole und sympathische Truppe hätte es wirklich verdient!»

Als großer Fan outete sich auch Turn-Ass Elisabeth Seitz. «Ich sitze bei jedem Spiel vor dem Fernseher. Die Jungs machen das einfach genial», lobte die WM-Dritte. «Der Teamspirit hat sie bis ins Halbfinale gebracht, diese Welle wird sie nun weiter tragen.»

Für den dreimaligen Ringer-Weltmeister Frank Stäbler ist Handball «die härteste, spektakulärste und geilste Ballsportart der Welt». Er sieht gute Chancen auf das vierte deutsche WM-Gold nach 1938, 1978 und 2007. «Die Euphorie ist ausgebrochen, gefühlt steht jetzt ganz Deutschland hinter den Handballern», sagte Stäbler. «Mit dieser Wand im Rücken ist der Titel möglich, was ich ihnen sehr wünsche.»

Aus Kitzbühel schickte Josef Ferstl beste Wünsche nach Hamburg. «Die können das Ding auf jeden Fall rocken», sagte der alpine Abfahrer. Und natürlich wird auch Handball-Ikone Heiner Brand am Freitag mitfiebern. «Wer im Halbfinale ist, hat sicher auch das Zeug, Weltmeister zu werden», sagte der Weltmeister-Trainer von 2007 der Deutschen Presse-Agentur. «Ich wünsche der Mannschaft, die mit so viel Begeisterung spielt, alles Gute.»

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