Skisport: Enttäuschungen bei der Junioren-WM

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Die Ergebnisse im deutschen Skisport-Nachwuchs werfen, bis auf wenige Ausnahmen, Fragen auf. Das betrifft nicht nur die nordischen Disziplinen.

Lahti/Vuokatti.

Seit 1994 hat es das nicht mehr gegeben: Keine Medaille holten die deutschen Nordischen Kombinierer und Skispringer bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lahti. Dagegen erkämpften die Langläufer in Vuokatti viermal Edelmetall. Die goldene im Sprint von Lisa Lohmann kam zwar etwas glücklich zustande. Im Finale hatte die Russin Anastasia Faleewa kurz vor dem Ziel Prologsiegerin Tereza Beranova aus Tschechien zu Fall gebracht. Faleewa fuhr zwar als erste ins Ziel, wurde aber danach disqualifiziert und Lohmann Gold zugesprochen. Die Titelkämpfe zeigten aber, dass es einige Langlauf-Talente hierzulande gibt. Die Herausforderung besteht nun darin, die Hoffnungsträger behutsam, aber auch mit der nötigen Konsequenz an die Weltspitze heranzuführen. Dass die Breite der Talente größer sein könnte, offenbarten die Staffelergebnisse ohne eine deutsche Medaille.

Ernste Fragen wirft die Bilanz der Kombinierer und vor allem der Skispringer auf. Bei den Schanzenspezialisten muss im männlichen Bereich etwas schieflaufen, wenn u. a. Frankreich, Russland und Italien im Team vor Deutschland platziert sind und der Beste im Einzel mit über 40 Zählern Rückstand 21. wird. Bei den Kombinierern ist eine individuelle Sicht, die es immer geben muss, besonders angebracht. Tristan Sommerfeldt, Sohn des einstigen Langlauf-Weltcupsiegers René, erreichte einen ausgezeichneten 15. Platz - mit 16 Jahren bei seiner JWM-Premiere. Er weckt Hoffnungen, dass nach seinem Vorbild Eric Frenzel wieder ein Zweikämpfer von Format heranwächst. Die Frage ist. Warum sind die älteren Juniorenjahrgänge schlechter als Sommerfeldt? Frank Erlbeck, verantwortlicher Nachwuchs-Nationaltrainer, meint: "Unter dem Strich ist es eine JWM ohne Medaille in der Kombination. Das müssen wir kritisch analysieren. Wir waren hier trotz dank unserer Skitechniker guten Materials nicht ganz konkurrenzfähig", sagte der Coach: "Ich weiß, dass andere Nationen in dem Altersbereich mehr trainieren. Da müssen wir hinterfragen, welche Strategie mit Blick auf den Männerbereich die richtige ist."

Fest steht: Aus der Jugend kommt nicht mehr die Qualität nach wie in früheren Zeiten. Tristan Sommerfeldt stellt da eher die Ausnahme dar. "Es ist ein hervorragendes Arbeiten mit ihm. Seine Eltern mischen sich nicht ein, fragen nur, wo sie unterstützen können", schwärmte Erlbeck. Entsprechend klar im Kopf äußerte sich Tristan: "Schade, dass wir Bronze in der Staffel knapp verpasst haben. Die WM war aber eine gute Erfahrung für mich und hat gezeigt, wie viel noch zu tun ist." 

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