Starke Konkurrenz um Olympia spornt an

Die Heim-Weltmeisterschaft Ende Februar in Berlin hat Marc Jurczyk nach einem schweren Sturz verpasst. Jetzt greift der Sprinter aus dem Chemnitzer Team Theed-Projekt Cycling wieder an.

Chemnitz.

Drei Goldmedaillen im Sprint, Zeitfahren und Teamsprint bei den Deutschen Meisterschaften Anfang August 2019 in Berlin, dazu die beachtlichen Ränge vier und fünf beim folgenden Saisonauftakt, der EM im niederländischen Apeldoorn - es hätte der Winter von Marc Jurczyk werden können. Doch beim Weltcup Anfang November in Minsk stürzte der 24-Jährige aus dem Chemnitzer Theed-Projekt Team im Keirin schwer, brach sich das linke Schlüsselbein und musste operiert werden. Neun Schrauben erinnern ihn seitdem an diesen Tag, der gleichbedeutend mit dem Saisonende und dem Verpassen der Heim-Weltmeisterschaft im Berliner Velodrom war.

Der Traum von den Olympischen Spielen in Tokio lebt dagegen weiter - möglich macht es der neue Termin Ende Juli 2021 aufgrund der Coronapandemie. "Die Verschiebung hat mir natürlich in die Karten gespielt", gibt Marc Jurczyk unumwunden zu. Aktuell ist er wieder mittendrin, absolvierte auf der Radrennbahn in Cottbus gemeinsam mit der Nationalmannschaft bereits zwei Lehrgänge.

Nach einem weiteren Rückschlag im späten Frühjahr - Jurczyk mussten bei einer Operation die Mandeln entnommen werden -, kämpft der gebürtige Böblinger nun um Kontinuität. "Ich mache erst seit kurzem wieder Krafttraining, aber alles noch mit angezogener Handbremse. Ich hatte mich nach dem Crash zurückgekämpft, dann kam der erneute Rückschlag. Immer wieder einen Aufbau zu machen, ist schwierig. Irgendwann muss auch mal wieder ein bisschen Konstanz reinkommen", sagt der WM-Sechste im Keirin von 2017.

Bei der EM 2019 in Apeldoorn gehörte Jurczyk auch zum deutschen Teamsprint-Aufgebot, das damals auf Platz vier Edelmetall knapp verpasste. Da will der Bundespolizist möglichst wieder hin - denn nur wenn er es in dieses Trio schafft, könnte er ein Ticket für die Sommerspiele in Tokio ergattern. "Offiziell gab es noch keine Nominierung, deshalb ist die Tür schon nochmal ein Stück aufgegangen. Wenn man sich regelmäßig mit guten Leistungen anbietet, gibt es vielleicht eine Chance", hofft Marc Jurczyk, der auf Position drei mit seinen Teamgefährten Maximilian Levy und Maximilian Dörnbach sowie dem Chemnitzer Joachim Eilers, der künftig in Cottbus trainiert, aber starke Konkurrenz hat. "Im Moment sehe ich mich eher an letzter Position, ich brauche noch etwas Zeit. Andererseits: Der Druck ist dadurch geringer - ich kann einfach trainieren und schauen, was dabei rauskommt. Und bis Tokio wird sich noch viel entwickeln." Vor einigen Wochen waren die Aussichten für Marc Jurczyk, der beim Niederländer Anner Miedema in Erfurt trainiert, deutlich schlechter ...

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